Gastronomen und Produzenten finden sich

11. Mai 2021

Direkt und ohne Zwischenhandel: Auf der digitalen Plattform ONO finden Gastronom*innen eine kulinarische Vielfalt und geschmacklich hervorragende Lebensmittel. Produzent*innen können ihre Ware direkt anbieten und finden mehr Präsenz im Markt. Einblick in die Möglichkeiten des digitalen Marktplatzes geben Gründer, Spitzenkoch und Bio-Landwirt.

Tobias Zihlmann
Der Gründer: Tobias Zihlmann

Der Gründer: Tobias Zihlmann

Tobias Zihlmann, wie ist es zur Gründung von ONO gekommen und wie funktioniert der digitale Marktplatz genau?
Als Koch war ich immer auf der Suche nach Produkten, die mich inspirieren und mir die Möglichkeit geben, meine kulinarische Sprache auszuleben. Den Zugang zu dieser Sprache habe ich erst gefunden, als ich anfing, direkt mit Produzenten*innen zusammenzuarbeiten: Sie boten mir eine Vielfalt von Produkten an, die es im Handel so gar nicht gab. Zudem war der Kontakt zu den Menschen, die die Lebensmittel produzieren, für mich extrem wichtig. Dabei konnte ich die Produkte besser verstehen und lernte sie wertzuschätzen.

Im Alltag heisst das aber auch, dass man als Koch viel Zeit investieren muss, um Produzenten*innen zu finden. Dann muss man die Zusammenarbeit aufgleisen und darf im Alltag nicht den Überblick über das Angebot und die Bestellungen verlieren. Das ist oft ein Hinderungsgrund, wieso eine Zusammenarbeit erst gar nicht zustande kommt – oder eben dann nicht nachhaltig fruchtet.

Also habe ich mich entschlossen, der Gastronomie einen direkten und einfachen Zugang zur kulinarischen Vielfalt zu ermöglichen, indem ich eine Digitale Plattform erschaffe, einen direkten Draht zu interessanten Produzent*innen. So fing ich an, ONO zu entwickeln – erst alleine, mittlerweile mit meinem Geschäftspartner Martin Angehrn und einem siebenköpfigen Team.

Welches Potential bringt ONO und wieviel kostet es, dabei zu sein?
ONO ist DIE Direktvermarktungsplattform für Produzent*innen, die ihren Erfolg nicht abhängig von einem Zwischenhändler machen wollen. Auf ONO werden sie für Gastronom*innen sichtbar und sie finden Kund*innen, die ihre Produkte wertschätzen. Der Bestellprozess via ONO ist ganz einfach, erspart viel Zeit und verhindert Missverständnisse. Einmal das Profil und die Produkte erfasst, werden die Bestellungen nur noch entgegengenommen und an den Kunden gebracht, um die Rechnungsstellung müssen sich die Produzent*innen nicht mehr kümmern: All das geschieht direkt über ONO. Mehr Zeit für das Handwerk, weniger Aufwand für die Kundenakquise und die Administration. Für den Service verrechnen wir den Produzent*innen 9% Servicegebühr, abhängig vom Umsatz, den sie über ONO erwirtschaften. Wir finden, das ist ein gutes und sehr faires Päckchen, das wir da anbieten können. 

Wie soll es damit weitergehen?
Unser Ziel ist es, der Gastronomie einen direkten Zugang zu all den Produzent*innen zu geben, die sie vom Kopfsalat bis hin zum exquisiten Essig versorgen können. Wir wollen ein neues Selbstverständnis kreieren: Die Gastronomie kann mühelos und direkt mit den Produzenten*innen zusammenarbeiten. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Ich bin aber bereits jetzt stolz auf alles, wir erreicht haben: Wir sind die erste Plattform, die verspricht, was sie hält – qualitative Lebensmittel direkt von engagierten Produzent*innen.

Zur Person

Tobias Zihlmann ist Gründer und Geschäftsführer von ONO. Er ist gelernter Koch und hat das Bedürfnis der Gastronom*innen erkannt, an frische, regionale, geschmackvolle und qualitativ hervorragende Lebensmittel zu kommen. Er will das Potential der kulinarischen Vielfalt in der Schweiz besser nutzen und hat aus diesem Grund ONO ins Leben gerufen – ein digitaler Marktplatz, der Gastronom*innen und Produzent*innen zusammenbringt, direkt und ohne Zwischenhandel.

So funktioniert ONO 

Der Bestellprozess via ONO ist simpel, erspart viel Zeit und verhindert Missverständnisse. Einmal das Profil und die Produkte erfasst, werden die Bestellungen nur noch entgegengenommen und an den Kunden gebracht. Die Administration und Rechnungen laufen über ONO. 
Interessierte Produzent*innen können sich direkt über das Kontaktformular auf der Website anmelden.

Sebastian Rösch vom Restaurant Mesa, Zürich
Sebastian Rösch, jüngster Sternekoch der Stadt Zürich

Der Gastronom: Sebastian Rösch vom Restaurant Mesa

Wie nutzten Sie Ono im Alltag für die Spitzenküche?
Ich bin in Alltag so organisiert, dass ich meistens samstags für die gesamte Woche plane. Einmal in der Woche kann mir Ono dabei eine Hilfe sein. Ich schätze besonders die persönliche Betreuung von Ono – ich kann einen Austausch pflegen, Tobias Zihlman kann mir gezielte Empfehlungen geben, wenn ich zum Beispiel etwas Besonderes suche. Er kann auch neue Produzent*innen empfehlen. Das spart mir Zeit, ich kann also Ono wie eine Art Food Scouting nutzen.

Welche spannenden Neu-Entdeckungen haben Sie durch die ONO-Plattform gemacht?
Ich habe einen super Essig aus der Nähe des Vierwaldstädter Sees entdeckt, den ich in dieser Qualität noch nicht im Sortiment hatte. Dieser bietet mir eine zusätzliche Erweiterung zu den Rezepten und ich kann ihn in der Küche sehr präzise einsetzen, was auch zur Erweiterung der Rezepte beitragen kann. Auch die Molki Stans habe ich hier entdeckt, direkt im Shop gab es mir einen schönen Einblick und ich schätze es sehr, interessante Produzent*innen so finden zu können.

Welche Produkte beziehen Sie regelmässig durch ONO?
Am Anfang ist es bei mir so, dass ich viel probieren möchte. Ich habe vielleicht eine vage Idee für ein Rezept und bestelle dann, teste erst und probiere die Qualität. Die Produkte kann ich dann sehr schnell beziehen und es spart mir Zeit, ich kann beim Bestellen bereits auf meine bisherige Sortimentsliste zurückgreifen. Das ist sehr unkompliziert und schnell, so kann ich regelmässig bestellen, wenn ich überzeugt bin von einem Produkt

edler Schnaps aus Bio-Früchten vom Haldihof

Der Produzent: Bruno Muff vom Haldihof

Der Haldihof liegt eingebettet zwischen Rigi und Vierwaldstättersee und wird seit Generationen als Obstbaubetrieb bewirtschaftet. Hier wird schon seit über 100 Jahren edler Schnaps aus Bio-Früchten gebrannt.

Seit wann nutzen Sie ONO und welche Produkte bieten Sie an?
Ich bin seit Anfang an dabei, seit etwa eineinhalb Jahre. Ich war auch in der Brainstormingphase dabei, um die Plattform zu optimieren und unsere Bedürfnisse einzubringen. Ich biete hauptsächlich Destillate und Essige an, diese sind prädestiniert für die Verwendung in der Gastronomie sowie auch eine kleinere Menge unserer Trockenfrüchte.

Wie ist die Vermarktung bisher gelaufen?
Technisch bin ich sehr zufrieden, es ist eine gute Plattform, der Ablauf gelingt komplett reibungslos.
Bei den Bestellungen kam leider Corona dazwischen, und deswegen gab es einen Einbruch bei der Gastronomie. Ich sehe viel Potential in dieser Plattform zur Vermarktung meiner Produkte und hoffe, dass nun die Gastronomie Aufschwung erfährt. Und dass diese vermehrt auf biologische und gesunde, schmackhafte, nachhaltige Lebensmittel setzt.

Welche Erwartungen haben Sie in Bezug auf ONO und würden Sie es Ihren Kollegen*innen empfehlen?
Ich möchte damit neue Kundensegmente in der Gastronomie erreichen. Für mich ist es eine gute Möglichkeit, im B2B-Bereich Kund*innen zu erreichen und von unserer Qualität zu überzeugen.  

Ich empfehle die Nutzung meinen Kolleg*innen, insbesondere für Betriebe mit seltenen, raren Früchtesorten oder ähnlichem. Dies kann über die Plattform sehr schnell vermarktet werden, es kommt zum Beispiel bei einem Spitzenrestaurant auf die Tages- oder Wochenkarte.