Für einen nachhaltigen Import-Genuss

Damit auch Importe nach hohen Schweizer Standards produziert werden, vergibt Bio Suisse für Lebensmittel aus dem Ausland die Bio-Knospe.

Schwarztee, Orangen, Hartweizen – netto 50 Prozent der Lebensmittel in der Schweiz werden importiert. Einerseits trinken Herr und Frau Schweizer gerne mal ein Tässchen Schwarztee oder essen eine saftige Zitrusfrucht. Anderseits übersteigt der Nahrungsmittelbedarf das inländische Angebot bei weitem. Die Schweiz kann sich zum Beispiel knapp selbst mit Brotgetreide versorgen, Hartweizengries für Pasta wird fast komplett importiert. Darum übernimmt Bio Suisse auch für Importe die Verantwortung. Ganz nach dem Motto: Wenn schon importiert wird, dann aus nachhaltiger Quelle.

Gleich strenge Richtlinien

Für Produzent*innen, Verarbeiter und Händler im Ausland gelten gleichwertige Richtlinien wie für Knospe-Betriebe in der Schweiz. Im Zitrushain in Sizilien müssen also ebenso die Biodiversität gefördert oder soziale Standards eingehalten werden, wie im Teegarten in Sri Lanka. Angepasst an die Bedürfnisse von Mensch und Umwelt in den Herkunftsländern, erstellt Bio Suisse zusätzliche Richtlinien, wie etwa das Verbot von Urwaldrodung oder die sorgsame Nutzung von Wasser bei Wasserknappheit.

Kontrolle auch im Ausland

Damit auch in fernen Ländern alles mit rechten Dingen zugeht, kontrollieren staatlich überwachte Kontrollstellen jeden Betrieb vor Ort auf die Richtlinien von Bio Suisse. Den entsprechenden Kontrollbericht senden sie in die Schweiz, wo er durch eine hier akkreditierte Zertifizierungsstelle zusätzlich überprüft wird. Bevor ein Importprodukt für den Verkauf mit der Knospe freigegeben wird, muss es noch eine letzte Hürde nehmen: Bio Suisse prüft den in einer Datenbank vom Handel eingegebenen Warenfluss. Der Weg des Schwarztees vom Hochland in Sri Lanka bis in Bio-Regal in Frauenfeld ist bei Bio Suisse lückenlos rückverfolgbar.

Grenznahe Importe bevorzugt

Dass importierte Knospe-Produkte so weite Transportwege aufweisen wie der Schwarztee aus Sri Lanka, ist eher die Ausnahme. Bei Bio Suisse gelten verschiedene Importeinschränkungen. Um Transporte zu reduzieren, werden Importe aus dem nahegelegenen Ausland bevorzugt, vorausgesetzt natürlich, dass die Produkte dort wachsen. Es werden auch möglichst Roh- oder Monoprodukte importiert; verarbeitet werden importierte Knospe-Produkte hauptsächlich in der Schweiz. Zudem sind Flugtransporte grundsätzlich verboten. Und schliesslich bevorzugt Bio Suisse als Schweizer Anbauverband natürlich Knospe-Produkte aus der Schweiz, bevor sie Importe zulässt.