Artgerechte und nachhaltige Fütterung

Knospe-Tiere sind Gourmets: Sie ernähren sich biologisch.

Wo Bio drauf steht, ist auch Bio drin. Auf Knospe-Betrieben erhalten die Tiere nur hochwertiges biologisches Futter. Das ist die Grundlage für eine artgerechte, gesunde und nachhaltige Tierernährung. Im Sinne der geschlossenen Nährstoffkreisläufe stammt das Futter soweit möglich vom eigenen Hof. Wenn Futter zugekauft wird, gelten hohe Anforderungen: Importiertes Futter kommt aus Europa und muss ebenfalls gemäss Knospe-Richtlinien angebaut werden. Deshalb ist das Futter frei von Gentechnik und künstlichen Zusatzstoffen.

Kühe, Schafe und Ziegen: Ab auf die Weide

Wiederkäuer erhalten sehr viel weniger Kraftfutter, als auf konventionellen Betrieben. Diese hohen Anforderungen entsprechen den natürlichen Bedürfnissen der Tiere und Nachhaltigkeitsbestrebungen von Bio Suisse: Die Fütterung und Tierhaltung soll möglichst standortgerecht und ressourcenschonend sein.

Deshalb erlauben die Knospe-Richtlinien bei Kühen, Schafen und Ziegen ausschliesslich Bio-Futter. Seit 2020 kommen mindestens 90 Prozent, ab 2022 das gesamte Futter aus Schweizer Knospe-Anbau. Zudem müssen Wiederkäuer in einem Knospe-Betrieb mindestens zu 90 Prozent mit Raufutter wie Gras, Heu, und Silage gefüttert werden. Ab 2022 sind sogar nur noch 95 Prozent Raufutter Vorschrift. Hier sind die Knospe-Richtlinien deutlich strenger als etwa die EU- oder die CH-Bioverordnung, welche 40 Prozent Kraftfutter erlauben. Ausgenommen bleiben Mühlennebenprodukte, die sinnvollerweise als Futter eingesetzt werden.

«Wir halten nur so viele Tiere, wie unser Betrieb ernähren kann» sagt Manuela Ganz, Knospe-Bäuerin 

Bio-Weiderinder fressen besonders viel Gras

Die landwirtschaftliche Nutzfläche in der Schweiz besteht zu zwei Dritteln aus Wiesen und Weiden. Darauf wächst gutes Gras für Rinder, Kühe, Schafe und Ziegen, die Wiederkäuer. Wiederkäuer können Gras und anderes Raufutter verdauen dank ihres Pansens und der Unterstützung von Milliarden von Mikroorganismen. So entsteht aus Gras Milch und Fleisch. Die Zufütterung von Soja und Getreide ist bei Knospe-Rindern und Kühen auf maximal 5 Prozent (ab 2022) limitiert. Die Weidehaltung ist somit artgerecht, standortgerecht und nachhaltig. Zudem bekommt das Fleisch durch die weidebasierte Haltung einen guten Geschmack und ein gesundes Fettsäuremuster.

Die Allesfresser Hühner und Schweine

Auch Hühner und Schweine bekommen zu 95 Prozent Bio-Futter, der maximal mögliche Anteil von 5 Prozent konventionelles Futter ist klar definiert und nur möglich, wenn diese Komponenten nicht in Bio-Qualität verfügbar sind. Bei Legehennen liegt der Bio-Futter-Anteil sogar bei 100 Prozent.

Hühner und Schweine sind Allesfresser und benötigen zwingend eine hohe Menge an Proteinen, um ausreichend ernährt zu sein und artgerecht leben zu können. Sie können diese Proteine auch nicht wie die Wiederkäuer aus Gras gewinnen. Auch wenn zum Beispiel auf Knospe-Betrieben robuste und langsam wachsende Rassen leben, sind sie auf energie- und proteinreiches Futter angewiesen.

Bei den Allesfressern Schweinen und Hühnern besteht das Grundfutter meist aus Getreide für die Energieversorgung und aus Körnerleguminosen wie Erbsen, Lupinen, Soja oder Ackerbohnen für die Eiweissversorgung. Bei der Eiweissversorgung muss speziell darauf geachtet werden, dass die Tiere mit allen lebensnotwendigen Aminosäuren versorgt sind. Denn im Gegensatz zu den Wiederkäuern können sie diese nicht alle selber herstellen. Zudem erhalten sie Raufutter in Form von Gras oder Heu.

Wussten Sie, dass Bio-Schweine gerne Gras bzw. Heu fressen? Bio Suisse schreibt dies vor, weil es auch gut für ihren Magen ist.