Faire Preise – mehr als die Funktion von Angebot und Nachfrage

Wann sind Preise für Bio-Produkte gerecht? Bio Suisse unterstützt die Branche bei der fairen Preisbildung.

Wie viel soll ein Gemüsebauer für ein Bio-Rüebli erhalten? Was ist der faire Preis für ein Entrecôte vom Bio-Rind? Bio Suisse engagiert sich für faire Preise entlang der gesamten Wertschöpfungskette: Von Knospe-Höfen und Verarbeitungsbetrieben, bis zu den Händler*innen und Konsument*innen. Die konkrete Preisgestaltung geschieht aber jeweils zwischen den einzelnen Marktteilnehmer*innen. Das heisst auch, der Verband der Bio-Bäuerinnen und Bio-Bauern hat keine Kompetenz, die Margen seiner Marktpartner*innen zu beeinflussen.

Richtpreise mit Fairnesssignal

Unterstützend wirkt Bio Suisse bei der Preisfindung für landwirtschaftliche Rohprodukte, die nicht direkt an die Konsument*innen gehen. Mit Hilfe von Bio Suisse erarbeitet die Branche sogenannte Richtpreise. Für Konsument*innenpreise dürfen keine Richtpreise festgelegt werden. Hingegen werden sie gemäss Landwirtschaftsgesetz zwischen Lieferant*innen und Abnehmer*innen ausgehandelt und unverbindlich publiziert. Faire Preise für Bio-Produkte sind auch eine Voraussetzung, dass Bio-Betriebe faire Löhne für landwirtschaftliche Arbeitnehmer*innen zahlen können.

Bio Suisse fordert Kostenwahrheit

Viele Studien bestätigen, dass konventionelle Produkte zu billig sind, weil sie Folgekosten auf die Allgemeinheit überwälzen, zum Beispiel für den Verlust der Biodiversität in der intensiven Landwirtschaft. Die deutliche Lücke zwischen Bio- und anderen Preisen macht Bio aus preislicher Perspektive unattraktiver. Doch daraus zu schliessen, Bio sei zu teuer, ist falsch. Aufgrund der höheren Produktionskosten verdienen schon heute Bio-Produzent*innen in einzelnen Bereichen zeitweise weniger als konventionelle Kolleg*innen. Auch deshalb engagiert sich Bio Suisse kommunikativ und politisch für die Kostenwahrheit für alle landwirtschaftlichen Produkte.

Attraktive Preise in der Direktvermarktung

Ein wichtiger Aspekt für eine faire Preisbildung ist auch der direkte Kontakt zwischen Produzent*innen und Konsument*innen. Dieser geschieht ohne Zweifel am besten in der Direktvermarktung via Hofläden, Lieferdienste oder Marktstände. Sie bietet sowohl den Produzent*innen die Möglichkeit mehr Wertschöpfung erzielen zu können, als auch den Konsument*innen attraktive Einkaufskonditionen zu erzielen. Bio Suisse unterstützt die Direktvermarktung mit verschiedenen Massnahmen.