Wie gesund sind Eier wirklich?

20.10.2026

Gut oder schlecht für uns? Die Forschung zeigt: Eier liefern hochwertiges Eiweiss, wichtige Vitamine und Mineralstoffe und sind Teil einer ausgewogenen Ernährung. Bio-Eier stehen zudem für hohe Standards bei Tierwohl und Nachhaltigkeit.

Nahaufnahme von braunen Eiern in einem Eierkarton mit unscharfem Hintergrund und warmem, natürlichem Licht.
Foto: akirEVarga, Pixabay

Die Gretchenfrage: Ei – ja oder nein?

Grosse Frage, kurze Antwort: Ja, denn Eier enthalten sehr viele gesunde Inhaltsstoffe. Sie liefern hochwertiges Eiweiss und zahlreiche wichtige Mikronährstoffe. Entscheidend ist jedoch nicht das einzelne Ei, sondern was sonst noch über den Tag auf den Teller kommt.

Vollwertige Ernährung: Das Ganze zählt

Die Schweizer Ernährungsempfehlungen zählen Eier zu den wertvollen Proteinquellen. Empfohlen wird täglich eine Portion – abwechslungsweise aus Eiern, Hülsenfrüchten, Tofu, Fleisch oder Fisch. Eine fixe Obergrenze für Eier pro Woche gibt es für gesunde Erwachsene nicht.

Entscheidend ist vielmehr der gesamte Speiseplan: Ein Ei mit Gemüse und Vollkornbrot ergibt eine ausgewogenere Mahlzeit als eines mit Speck und Weissbrot. Eierspeisen dürfen also regelmässig auf den Tisch – am besten immer wieder unterschiedlich kombiniert.

Was steckt in einem Ei?

Klein, aber erstaunlich gut ausgestattet: Eier liefern neben Protein und Fett verschiedene Vitamine, Mineralstoffe und weitere wichtige Nährstoffe.

Nährwerte eines mittelgrossen Eis (ca. 60 g)*

NährwertMenge
Energieca. 85 kcal
Proteinca. 7 g
Fettca. 5–6 g
Kohlenhydrate< 1 g

* Quelle: Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV)

Wertvolle Proteine mit allen essenziellen Aminosäuren

Eier enthalten nicht nur alle Vitamine (bis auf Vitamin C), sondern auch alle neun essenziellen Aminosäuren – jene Eiweissbausteine, die unser Körper nicht selbst herstellen kann. Das macht Eiprotein besonders hochwertig: Der Körper kann es sehr gut für Aufbau und Erhalt von Muskeln und anderen Geweben nutzen. Kein Wunder also, dass Eier auch in der Sporternährung eine beliebte Proteinquelle sind.

Eigelb? Unbedingt!

Wer nur das Eiweiss isst, lässt einiges liegen: Im Eigelb befinden sich viele Mikronährstoffe, darunter Vitamin A, Vitamin D und Vitamin B12 sowie Eisen, Jod und Selen.

Weniger bekannt ist Cholin. Es ist unter anderem Bestandteil von Zellmembranen und am Fettstoffwechsel beteiligt. Besonders während Schwangerschaft und Stillzeit ist eine ausreichende Versorgung damit sehr wichtig.

Quelle:  Schweizer Nährwertdatenbank des BLV

Geöffnete Kartonschachtel mit mehreren braunen Eiern. Eine Eierschale mit sichtbarem Eigelb liegt in einem Fach, daneben befindet sich eine leere halbe Eierschale auf einer grauen Oberfläche.
Foto: Klaus Nielsen, Pixabay

Eier und Cholesterin: Was gilt heute?

Eier enthalten Cholesterin – das stimmt. Die gute Nachricht: Für gesunde Menschen dürfen Eier auf den Speiseplan.

Ein Mythos wird relativiert

Lange hiess es: Wer regelmässig Eier isst, bekommt einen hohen Cholesterinspiegel. Tatsächlich enthält vor allem das Eigelb viel Cholesterin. Doch unser Körper stellt selbst Cholesterin her und kann seine Produktion teilweise an die Aufnahme über die Nahrung anpassen. Deshalb stellt der Konsum von Eiern für gesunde Erwachsene kein Problem dar – im Gegenteil.

Was sagt die Forschung zum Cholesterin?

Die Schweizerische Herzstiftung verweist darauf, dass Studien bei den meisten Menschen bei einem Ei pro Tag kein erhöhtes Gesundheitsrisiko zeigen. Wichtiger für die Cholesterinwerte sind das gesamte Ernährungsmuster, Bewegung und genetische Faktoren.

Ein hoher LDL-Cholesterinspiegel bleibt allerdings ein wichtiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wer erhöhte Blutfettwerte oder eine entsprechende Erkrankung hat, sollte sich individuell beraten lassen und seinen Eierkonsum anpassen.

Quelle: Schweizerische Herzstiftung, «Ei oder nicht Ei?»

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Eier in der vegetarischen Ernährung

Für Vegetarier:innen sind Eier eine praktische Quelle für hochwertiges Protein und verschiedene Mikronährstoffe. Sie liefern alle neun essenziellen Aminosäuren sowie unter anderem Vitamin B12, das natürlicherweise fast ausschliesslich in tierischen Lebensmitteln vorkommt.

Hülsenfrüchte, Tofu, Milchprodukte, Nüsse und Samen ergänzen den vegetarischen Speiseplan mit weiteren Proteinen und Nährstoffen. Auch für Vegis gilt: Eier dürfen regelmässig auf dem Speiseplan stehen. Wichtiger als Eier zu zählen ist, verschiedene Proteinquellen abzuwechseln.

Ein Vorschlag für eine ausgewogene und proteinreiche vegetarische Mahlzeit: Bunte Frühlings-Pizza mit Crème fraîche, Frühlingszwiebeln, Schnittlauch, Ei und Sbrinz.

Bio-Eier: Eine bewusste Wahl

Bio-Eier liefern hochwertiges Protein und wertvolle Nährstoffe. Haltung und Fütterung können die Nährstoffzusammensetzung von Eiern beeinflussen: Bio-Freiland-Eier enthalten zum Beispiel mehr Vitamin E und Carotinoide als Eier aus reiner Stall- oder Bodenhaltung. 

Weil Knospe-Produzent:innen dem Futter keine künstlichen Farbstoffe beimischen, sind die Eidotter oft etwas heller als bei Eiern aus konventioneller Haltung. Auf den Geschmack hat die Farbe jedoch keinen Einfluss. Der besondere Mehrwert liegt in der Produktion: Bio Suisse stellt hohe Anforderungen an Haltung, Fütterung und Tierwohl.

Huhn badet im Sand

Was die Knospe-Haltung nach Bio Suisse Richtlinien für Hühner bedeutet:

  • mehr Platz und Rückzugsmöglichkeiten
  • Zugang zu Weide und Auslauf
  • Einstreu und Körner zum Scharren und Picken
  • Staubbäder für die Gefiederpflege
  • Nur hochwertiges Bio-Futter
  • weniger Fokus auf maximale Legeleistung
  • auch männliche Küken werden aufgezogen

Schweizer Knospe-Eier sind im Schweizer Detailhandel sowie im Direktverkauf auf Bio-Höfen, bei Biomondo oder auf Bio-Märkten erhältlich und für viele eine selbstverständliche Wahl.

Tipps und Tricks für die Eierküche

Rührei mag es sanft

Für ein cremiges Rührei die Hitze nicht zu hoch stellen. Die Eier langsam stocken lassen und die Pfanne vom Herd nehmen, solange die Masse noch leicht feucht wirkt. Die Restwärme gart sie weiter. Übrigens: Mit Butter statt Öl schmeckt das Ganze noch sämiger.

Wie frisch ist mein Ei?

Um das herauszufinden, reicht ein Glas mit kaltem Wasser, in welches das Ei gegeben wird. Beim Wasserglas-Test bleibt ein frisches Ei flach am Boden liegen. Ältere Eier richten sich auf, weil ihre Luftkammer grösser wird. Der Test zeigt allerdings nur das ungefähre Alter – nicht die mikrobiologische Sicherheit.

Bitte ohne grünen Rand

Ein grünlich-grauer Rand ums hartgekochte Eigelb ist harmlos, aber nicht besonders hübsch. Er entsteht bei zu langem Kochen, wenn Schwefel aus dem Eiklar mit Eisen im Eigelb reagiert. Deshalb das Ei nach der gewünschten Kochzeit aus dem Wasser nehmen und abkühlen – so bleibt das Eigelb schön gelb.

Häufige Fragen zu Eiern

Die Schweizer Ernährungsempfehlungen nennen für gesunde Erwachsene keine fixe Wochenobergrenze. Eine Portion eines proteinreichen Lebensmittels entspricht 2 bis 3 Eiern. Entscheidend ist, unterschiedliche Proteinquellen abzuwechseln.

Ein mittelgrosses Ei liefert rund 85 Kilokalorien, 7 Gramm hochwertiges Protein und 5 bis 6 Gramm Fett. Dazu kommen unter anderem Vitamin A, Vitamin D und Vitamin B12 sowie Eisen, Jod, Selen und Cholin. Viele dieser Mikronährstoffe stecken im Eigelb.

Für gesunde Menschen nicht. Nahrungscholesterin beeinflusst den Cholesterinspiegel weniger stark als früher angenommen. Wichtig sind die gesamte Ernährung und individuelle Risikofaktoren.

Nein. Die Farbe der Eierschale hängt vor allem von der Hühnerrasse ab und sagt weder etwas über den Nährwert noch über die Qualität des Eis aus. Ein braunes Ei ist nicht gesünder als ein weisses.

Besonders frische Eier lassen sich häufig schlechter schälen. Mit zunehmendem Alter verändert sich der pH-Wert des Eiklars und die Schalenhaut löst sich leichter vom Ei. Für schöne hartgekochte Eier dürfen die Eier deshalb ruhig schon einige Tage alt sein.

Für ein Ei der Grösse M direkt aus dem Kühlschrank sind etwa 6 bis 7 Minuten in kochendem Wasser ein guter Richtwert: Nach rund 6 Minuten ist das Eigelb weich, nach etwa 7 Minuten cremiger und fester. Grosse Eier brauchen etwas länger.

Der Kühlschrank ist kein Muss. Eier lassen sich auch bei Zimmertemperatur drei Wochen lang lagern. Man sollte einen Ort mit gleichbleibender Temperatur wählen. Es sollte nicht zu warm sein und direkte Sonneneinstrahlung ist zu vermeiden. Sind die Eier jedoch einmal an einem Ort gelagert, sollte man diesen nicht mehr wechseln, denn Temperaturschwankungen tun den Eiern nicht gut. Sind die Eier also schon im Kühlschrank, bleiben sie am besten dort.

Frühstücksidee: High Protein Eieraufstrich

Bio-Eier, Hüttenkäse, ein paar frische Kräuter und Vollkornbrot – mehr braucht es nicht für ein ausgewogenes Frühstück, das die ganze Familie begeistert.