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Zu spät ist schlecht, zu früh aber auch. Gemeint sind die Knospen. Nein, nein, es geht nicht um die Knospe als Markenzeichen von Bio Suisse. Gemeint sind ihre Vorbilder aus der Natur - natürlich. An mehreren Aprikosenbäumen im Wallis sind die Knospen bereits aufgesprungen. Mit zwei Wochen Vorsprung - so eine Frechheit! Was für Produzenten besorgniserregend ist, kann für Konsumenten mehr Genuss bringen. Denn Frost, der über blühende Obstbäumen herzieht wie der Vampir über Menschen in voller Lebensblüte, kann weniger Blüten zur Folge haben, was heisst: weniger Früchte. Das wiederum heisst für den Baum, dass er den verbleibenden Früchten mehr Nährstoffe zu bieten hat. Jedem seine Vor- und Nachteile. Weniger ist manchmal mehr, und alles hat seine Kehrseite. Auch bei den Knospen.

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PRODUKT DES MONATS - JA ZU SOJA


Noch ist Biosoja aus der Schweiz ein Nischenprodukt. Das hat mehrere Gründe: Einerseits sind nicht alle Regionen vom Klima her für den Sojaanbau geeignet, andererseits stellt dieser Produktionszweig für Biolandwirte punkto Sortenwahl, Unkrautbekämpfung oder etwa Erntequalität eine Herausforderung dar. Diese Herausforderung meistern einige Mitglieder von Bio Suisse bereits sehr gut.

Der grösste Anteil Biosoja kommt aus der Westschweiz. Die in der Schweiz angebaute Biosoja ist ausschliesslich für die menschliche Ernährung bestimmt. Einzig die aus Qualitätsgründen deklassierten Posten gelangen in den Futterkanal. "Die bei uns produzierte Biosoja kann die inländische Nachfrage nach Speisesoja noch nicht abdecken", sagt Martin Roth, Produktmanager für Getreide bei Bio Suisse. Deshalb unterstützt Bio Suisse im Rahmen der Knospe-Ackerbaubeiträge das Forschungsinstitut für Biologischen Landbau (FiBL) sowie die Bio Suisse Mitgliedorganisation Progana in der Entwicklung der Anbautechnik zur Ausdehnung dieser wertvollen Kultur. Die Absatzmöglichkeiten seien sehr motivierend, werde doch aktuell mehr als die doppelte Menge Biosoja im Speisesektor nachgefragt als durch die Inlandproduktion gedeckt werden kann, weiss Martin Roth. Eine deutliche Steigerung der Anbauflächen ist somit möglich. Hier zwei Beispiele zu Biosoja Made in Switzerland - beide sagen mit Erfolg Ja zu Soja: der Landwirt Ueli Weidmann aus Schlieren ZH und die Tofu-Manufaktur Noppa's aus Rüti ZH

PREIS BIO GRISCHUN - ANET SPENGLER


Was ist eine Biokuh? Hier ein Insidertipp: Anet Spengler fragen. Nutztierhaltung, standortgerechte Milchviehzucht oder das Verhalten von Milchkühen gehören zu den Schwerpunktthemen der Wissenschaftlerin. Und seit ein paar Wochen gehört ihr auch der Bio-Grischun-Preis 2014. Damit wurde eine Frau ausgezeichnet, die es mit hohem "i-Kuh" versteht, zwischen Wissenschaft und Praxis Brücken zu schlagen.

Anet Spengler vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL in Frick, AG habe dank ihrem "hohen i-Kuh" wesentlich dazu beigetragen, dass in Graubünden wieder vermehrt Kühe mit vernünftigen Lebensleistungen auf den Wiesen und Alpweiden grasen werden, die an das Berggebiet angepasst sind, betonte an der Preisverleihung der Generalversammlung von Bio Grischun der Vorjahressieger, Tierhomöopath Jürg Tschümperlin aus Trin GR. Zusammen mit Beratern des Plantahofs hat Anet Spengler 99 Bündner Biomilchviehbetriebe auf den Standort angepasste Zucht analysiert. Damit und mit der seit vier Jahren organisierten Ausstellung "Schau Biovieh" über robuste Biokühe, motiviert sie Biobauern dazu, widerstandsfähige und kräftige Tiere einzusetzen, die zu ihren Betriebsstrukturen und deren ursprünglichen Futterangebot passen. "Der Preis freut mich, weil er zeigt, dass die standortgerechte Milchviehzucht für Biobetriebe im Berggebiet heute ein wichtiges Thema ist. Dass sich Biobäuerinnen und -bauern damit auseinandersetzen und Wege suchen, die standortgerechte Zucht auf den Betrieben umzusetzen, ist gut, denn es braucht noch mehr standortangepasste Kühe," sagt die Expertin. Das Preisgeld von CHF 2014 will Anet Spengler auf jeden Fall wieder für ein Tierzuchtprojekt im Berggebiet einsetzen. Wir wünschen ihr, dass sie damit weiterhin Berge versetzen wird.

MEDIENKONFERENZ - KNOSPE IN ZAHLEN


Jedes Jahr mit dem Frühling sind sie - wie die Knospen - wieder da und zeigen auf, was bei Bio Suisse alles zum Blühen und Reifen gebracht wurde im vergangenen Jahr. Die Zahlen und Fakten der Vereinigung der Schweizer Biolandbauorganisationen werden den Medienschaffenden auch dieses Jahr wieder an einem besonderen Ort präsentiert.

Am 9. April wird Bio Suisse in Oberglatt ZH darüber informieren, wie es um den Biolandbau steht, wie sich der Biomarkt und die Knospe, die Marke der Mitglieder und Lizenznehmer von Bio Suisse, bisher weiter entwickelt haben. Gastgeberin für dieses Stelldichein mit der Medienwelt wird eine junge Biobauernfamilie sein. Sie kennt sich bestens aus - sowohl mit Events als auch mit Medien. Susanne und Daniel Maag bewirtschaften mit viel Elan den Hof Wiesengrund. Seit Anfang dieses Jahres führen sie mit ebenso viel Elan und Ideenreichtum ein öffentliches Tagebuch über ihre Arbeit und ihr Leben. Sie gehören zu den 27 Landwirtschaftsbetrieben, die im Rahmen des UNO-Jahres der bäuerlichen Familienbetriebe am einzigartigen Projekt des Schweizer Bauernverbandes "Mein Bauer. Meine Bäuerin." teilnehmen. Sie schlagen auf diese Weise auch eine kostbare Brücke zwischen Konsumenten und Produzenten. Bis es also mit den Bio Suisse Zahlen und der Medienkonferenzen auf ihrem Hof soweit sein wird, hier ein Einblick in den Alltag unserer Gastgeberfamilie

GRAND PRIX BIO SUISSE - WETTBEWERB ERÖFFNET


Auch dieses Jahr wieder schreibt Bio Suisse ihren Grand Prix aus. CHF 10'000 sind zu gewinnen, und flankierende Kommunikationsmassnahmen stecken ebenfalls im Gewinnerpaket. Bio Suisse will mit diesem Förderpreis Menschen unterstützen, die sich durch innovative und nachhaltige Leistungen für die Entwicklung des Biolandbaus sowie der Bioverarbeitung in der Schweiz einsetzen.

Die besten Chancen haben Projekte, die zur weiteren Verankerung von Bio in unserer Gesellschaft dienen - Projekte also, die fachliche Leistungen in Anbautechnik, Zucht, Grundlagenforschung oder auch in der Entwicklung oder der Verarbeitung von Bioprodukten sowie deren Vermarktung erbringen. Auch Projekte, die Tourismus und Biolandbau zusammenführen und weiter vorantreiben, können für den Grand Prix eingereicht werden. Ganz wie das Gewinnerprojekt 2013, "les chemins du bio". Auf beispielhafte Weise zeigt es das Potenzial auf, das in kleinbäuerlichen Familienbetrieben in der Schweiz steckt und - nicht zuletzt im UNO-Jahr der bäuerlichen Familienbetriebe - einen sehr wertvollen touristischen Beitrag für eine Randregion unseres Landes leistet. Erfahren Sie mehr über diesen Preis, die bisherigen Gewinner und die Teilnahmebedingungen

BIO GEGEN HUNGER - 7 GRÜNDE


Dass Bio kein Luxusphänomen ist von Konsumenten, die sich das leisten können, oder auch von Menschen, die ihr Leben zunehmend auf ein Gesundheitsbewusstsein nach den Grundsätzen der Nachhaltigkeit ausrichten, wird von den Zahlen längst schon widerlegt. Wie von der Hilfsorganisation Swissaid zu erfahren ist, findet der eigentliche Bioboom heute in den Entwicklungsländern statt.

Haben Sie gewusst, dass 80 Prozent der Biobauern, die mit einer Marke wie der Knospe zertifiziert sind, in Entwicklungsländern leben? "Allein von 2008 auf 2009 nahm die biologisch bewirtschaftete Fläche in Afrika um 20 Prozent auf rund eine Million Hektar zu. Angebaut wird in Asien und Afrika vor allem für den Export nach Europa und Nordamerika", schreibt Swissaid auf ihren Webseiten. Und die Ackerflächen, auf denen Kleinbauern in Entwicklungsländern ihre Nahrung nach ökologischen Richtlinien (jedoch ohne Biozertifikate) anbauen, sollen laut dem Hilfswerk weltweit eine viel bedeutendere Rolle spielen als die mit Zertifikaten nachgewiesene Produktion. Und dabei handle es sich nicht um Produzenten, die aus Mangel an chemisch-synthetischen Spritzmitteln oder Pestiziden gar keine andere Wahl hätten als eine naturnahe Landwirtschaft, sondern um Bäuerinnen und Bauern, die sich wegen der eindeutigen Vorteile dafür entschieden hätten. Biolandbau hat offensichtlich ihre Produktivität zu steigern geholfen. "Biolandbau besiegt den Hunger", so lautet die aktuelle Swissaid-Kampagne. Und die sieben Gründe, warum das so ist, dürften nicht nur "LOHAS" oder "Quality Eaters" oder wie "wir" sonst noch alle neudeutsch heissen, interessieren

TIPP DES MONATS - DIEMTIGTALER FAMILIENSAGA


Das Diemtigtal im Kanton Bern stellt nicht nur das grösste Alpwirtschaftsgebiet der Schweiz und eine besonders schöne Landschaft, es ist auch eine Wiege talentierter Erzählerinnen und Erzähler. Eine davon ist die Bergbäuerin Erika Wiedmer-Mani. Ein besonders gelungenes und spannendes Werk ist ihr neuster Roman "Jakobskinder".

Zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts: Die Familie des Jakob Mani lebt in ärmsten Verhältnissen. Fast jedes Jahr kommt ein weiteres Kind hinzu. Der Überlebenskampf von Mutter, Vater, Grossonkeln und -tanten ist geprägt von harter Arbeit, Entbehrung, Glaube und Aberglaube und ungebrochenen Traditionen. Die Helden und eigentlichen Erzähler der einzelnen Puzzleteilchen dieser Familiensaga aber sind die Kinder. Und Kinder spüren mehr als viele denken. Auch die Kinder des Jakob Mani müssen das harte Leben viel zu früh erfahren mit seinen Sonnen- und seinen Schattenseiten, mit all den Ungereimtheiten von Besserwissern aus der Erwachsenenwelt. Sie beobachten mehr als sie verstehen können. Und die Erwachsenen erklären nicht. Sie schweigen, wo sie reden sollten. Zu sehr sind sie ihrer eigenen Befangenheit ausgeliefert. Aber was Kinder nicht verstehen, das birgt Geheimnisse und wird umso interessanter: die Liebe, die Trauer, die Angst. Dem vielen Unausgesprochenen, Unsäglichen, aber auch den kleinen Freuden im Leben der Jakobskinder verleiht Erika Wiedmer-Mani in diesem Roman eine Dichte und Spannkraft, die uns packen. So liest sich dieses Buch fast in einem Zug, und wenn man es beiseite legt, leben diese Kinder noch lange weiter. Sie führen uns viel über "allzu Menschliches" aus der Schweizer Geschichte der Kleinbauern vor Augen, über Moral und Sitten. Und auch im 21. Jahrhundert noch zeigen uns diese Jakobskinder, wie Erwachsene so funktionieren. Mehr zum Buch

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