So funktioniert die Umstellung

Die Umstellung dauert zwei Jahre und beginnt jeweils am 1. Januar. Produzent:innen besuchen bis Ende der Umstellung Einführungskurse im Umfang von zwei Tagen und Weiterbildungskurse im Umfang von drei Tagen.

An den zwei Einführungskurstagen werden die Themen Grundsätze des Biolandbaus, Richtlinien, Markt sowie Organisation und Rolle von Bio Suisse, Bio-Kontrollstellen und -Beratung vermittelt. Für die drei weiteren Weiterbildungskurstage besteht ein breites Kursangebot.

Bild mit Text «Bio funktioniert»

Termine für den Umstellungsbeginn 1.1.2025

31.8.2024

Letzte Termine für die Anmeldung 2024  

  • Anmeldung für Kontrolle und Zertifizierung
  • Anmeldung beim Kanton 
  • Anmeldung Bio Suisse  
1.1.2025

Beginn der Umstellungsperiode: 

Bio-Verordnungen und allenfalls Labelrichtlinien wie bspw. von Bio Suisse müssen ab diesem Zeitpunkt eingehalten werden.

1.5.2025 Produkte werden ab diesem Zeitpunkt als Umstellungsprodukte (Umstellungsknospe) vermarktet, sofern die Kontrolle und Zertifizierung erfolgt ist.
1.1.2027 Alle geernteten pflanzlichen und gewonnenen tierischen Produkte dürfen als Vollknospeprodukte vermarktet werden (auch wenn die Kontrolle 2027 noch nicht erfolgt ist).  

 

Damit für das erste Umstellungsjahr die Direktzahlungen korrekt berechnet werden können, muss die Umstellung dem Kanton gemeldet werden. Dazu wird bei der ordentlichen Sommererhebung «Biolandbau» (und «RAUS», «Extenso» usw.) angekreuzt. Nachmeldungen sind in den meisten Kantonen möglich. Bei Fragen zur Anmeldung sind in den Kantonen die folgenden Stellen zuständig.  

Alle Bio- und Umstellungsbetriebe müssen kontrolliert und zertifiziert werden, damit ihre Produkte mit dem entsprechenden Status (Umstellung, Bio, Knospe, Demeter usw.) verkauft werden können. Die Zertifizierung ist zudem Voraussetzung für den Bezug der biospezifischen Direktzahlungen. In der Schweiz sind bio.inspecta und Bio Test Agro für die Kontrolle und Zertifizierung von Landwirtschaftsbetrieben akkreditiert. Idealerweise meldet man sich bis zum 31.8. im Jahr vor der Umstellung bei einer Kontroll- und Zertifizierungsstelle an. Nachmeldungen sind möglich.

Bio Suisse ist der Dachverband der Schweizer Biolandbau-Organisationen und vereinigt über 95 Prozent der Schweizer Biobetriebe unter einem Dach. Mit der Knospe bindet Bio Suisse die ganze Kette vom Feld bis auf den Teller partnerschaftlich ein. Die Anmeldung bei Bio Suisse muss bis zum 30.11. im Jahr vor der Umstellung erfolgen. Jeder Knospe-Betrieb ist zugleich Mitglied im Dachverband Bio Suisse und in mindestens einer Mitgliedorganisation von Bio Suisse.

Kosten und Beiträge

Einmalige Kosten:

  • Umstellungsberatung Kanton (variabel)  
  • Kursbesuch (variabel) 
  • Investitionen (variabel) 

Jährliche Kosten:

Kostenart  Betrag in CHF
Grundbeitrag Bio Suisse 100.- 
Variabler Beitrag Bio Suisse 100-400.- 
Mitgliederbeitrag Bio-Organisation (Kantonal) 30-100.-
Biokontrolle 300-600.-


Jährlich biospezifische Beiträge:

Beitragsart CHF/ha 
Spezialkulturen 1'600.- 
Übrige Offene Ackerfläche 1’200.-
Übrige Landwirtschaftliche Nutzfläche 200.-


Risiken beim Einsatz fremder Maschinen:

  • Reinigung bei der Umstellung 
  • Lohnunternehmen informieren 
Maschine  Risiko  Massnahmen
Pflanzenschutzspritze  Unerlaubte Pflanzenschutzmittel  Hohes Risiko, weshalb möglichst eigene oder von Bio-Betrieben genutzte Spritzen einsetzen 
Spritze gründlich reinigen (wenn möglich ausserhalb des Bio-Betriebs) zur Vermeidung von Kontamination durch das Waschwasser
Sämaschine Beizmittel/GVO Konventionelles Saatgut entfernen
Mit Druckluft ausblasen
Düngerstreuer Chemisch synthetischer Dünger  Dünger vollständig entfernen, mit Druckluft ausblasen, allenfalls mit Wasser ausspülen 
Dreschmaschine Kontaminiertes Erntegut, GVO Vorgehen wie vor Dreschen von Saatgut, kein Einsatz von Lohndrescher welche auch im Ausland im Einsatz sind 
Ballenpresse Unerlaubte Silier- oder Heukonservierungsmittel  Hahnen vom Siliermittel gut verschliessen, sofern Siliermittel verwendet wurde, welche nicht im Biolandbau zugelassen sind 


Rückstände haben Folgen:

  • Im Falle von Rückständen kommt es zu aufwendigen Untersuchungen. 
  • Trägt der Produzent das Verschulden, kommt es zu Sanktionierungen.

Nährstoffe 

Zu- und Wegfuhr von Hofdüngern ist erlaubt unter Einschränkungen. Sämtliche Nährstoffverschiebungen müssen im HODUFLU verfasst sein, damit diese für die Erfüllung der Suisse-Bilanz anerkannt werden.  

Luftdistanz-Limiten bei Zufuhr und Abgabe von Hofdünger*:

  • Geflügelmist: 80 km 
  • Mist von allen anderen Tieren: 40 km 
  • Gülle, Gärgut: 20 km 
  • Lose gehandelte Komposte: 80 km  

*es gilt bei der direkten Hofdüngerlieferung zwischen Landwirtschaftsbetrieben die Distanz von Betriebszentrum zu Betriebszentrum  

Zu- und Wegfuhr von Hofdünger bei viehschwachen/viehlosen Betrieben:

Zukauf von betriebsfremden Hofdünger  Bevorzugt Biobetriebe in 20 km Luftdistanz
Wenn innerhalb der Distanzlimiten keine Bio-Hofdünger verfügbar sind (Nichtverfügbarkeitsnachweis von Biomondo), darf max. 50% des Bedarfs mit Hofdünger von einem Nichtbiobetrieb abgedeckt werden. Wichtig jedoch: kein GVO auf konventionellen Betrieben* 
Verkauf von überschüssigem Hofdünger  Abgabe nur an anderen Biobetrieb und höchstens die Hälfte des anfallenden Hofdüngers, keine Abgabe an nicht biologische Betriebe
50 % des Hofdüngers müssen gemäss Suisse Bilanz auf den eigenen Flächen ausgebracht werden
Zukauf von Handelsdünger  Sehr teuer, daher eher zu vermeiden.  

 *siehe Labelliste in den Richtlinien 

Ausnahmen: Tausch von Gülle und Mist zwischen einem Nicht-Bio-Betrieb und einem Knospe-Betrieb 

  • Es ist nachweislich (ein Mal pro Kalenderjahr auf biomondo.ch) kein Bio-Hofdünger in der gewünschten Qualität/Art vorhanden. Beide Betriebe müssen gegenseitig Hofdüngerabnahmeverträge abschliessen.
  • Max. 50 % des Bedarfs des Knospe-Betriebes Gülle und/ oder Mist dürfen getauscht werden.
  • Gülle und Mist müssen von Tieren stammen, welches Bestimmungen eines Labels in der Liste erfüllt (MKA 6/ 2017 Zugelassene Labels für Hofdüngerzufuhr von Nichtbiobetrieben) 
  • Nährstoffmenge in DGVE muss identisch sein 
  • Die Transportwege müssen kürzer sein als zwischen zwei Knospe-Betrieben.
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