Mittelfristig erhöhtes Bio-Milchangebot belastet den konventionellen Milchmarkt nicht

Der Bio-Milchmarkt zeigt sich trotz ausserordentlicher Mehrmengen von rund neun Prozent (November, TSM) insgesamt stabil. Bei den zusätzlichen Mengen handelt es sich um ein temporäres Überangebot aufgrund der guten Futterqualität. Um die Marktstabilität zu sichern, fokussiert sich die Bio-Milchbranche darauf, die Mengen gezielt zu drosseln. Die Verarbeitungskapazitäten sind derzeit weitgehend ausgeschöpft.

Die Nachfrage nach Bio-Milchprodukten entwickelt sich positiv: Im Jahr 2025 nahmen sowohl die Verwertung von Bio-Milch (+3,1 %, kumuliert Jan–Nov, TSM) als auch der Absatz von Bio-Milchprodukten (+3 %, Oktober, BLW) deutlich zu. «Die erwarteten Mehrmengen bei der Bio-Milch über einen Zeitraum von rund vier Monaten führen zu keiner zusätzlichen Belastung des konventionellen Milchmarktes», sagt Jasmin Huser, Produktmanagerin Milch bei Bio Suisse. Diese Einschätzung werde von den Milch-abnehmern bestätigt. Die anfallenden Mehrmengen würden durch bio-spezifische Massnahmen bewältigt.

Die Branche erachtet den Bio-Milchproduzentenpreis weiterhin als marktgerecht. Vor dem Hintergrund der rückläufigen Anzahl an Bio-Milchbetrieben, der geringen Zahl von Umstellern sowie der abnehmenden Bereitschaft junger Landwirt:innen, in die Milchproduktion einzusteigen, würde eine Preissenkung ein falsches Signal senden. Um mittel- bis langfristig ein kontinuierliches Marktwachstum sicherzustellen, sind attraktive und stabile Rahmenbedingungen in der Bio-Milchproduktion unerlässlich. Gleichwohl kann es aufgrund der aktuellen Mehrmengen bei einzelnen Milchabnehmern zu platzierungsbedingten Engpässen kommen. Diese belasten die Verarbeitungskapazitäten und können befristete Abzüge, Deklassierungen oder weitere markstützende Massnahmen erforderlich machen.

Zur Sicherung der bestehenden Marktstabilität und der reibungslosen Verarbeitung empfiehlt die Bio-Milchbranche den Produzent:innen, die Bio-Milchmengen bis zum Sommer gezielt zu drosseln. Eine moderatere Mengenentwicklung soll dazu beitragen, die angespannte Situation rascher zu entschärfen und unnötigen Marktdruck zu vermeiden. Dies liegt im gemeinsamen Interesse von Produzent:innen, Verarbeitern und Marktpartnern und unterstützt das Ziel, der Bio-Kundschaft auch künftig eine stabile und verlässliche Bio-Milchproduktion zu gewährleisten.

15. Januar 2026
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