Steigende Bio-Butterbestände belasten den Markt

Diesen Frühling gab es weiterhin ein Überangebot an Bio-Milch. Dadurch präsentiert sich der Bio-Milchmarkt trotz der bevorstehenden Sommermonate angespannt. Ausschlaggebend dafür sind insbesondere der deutliche Aufbau der Bio-Butterlager sowie die Unsicherheit hinsichtlich der Marktentwicklung im kommenden Herbst.

Die gute Grundfutterqualität und -quantität führte seit September 2025 zu einer deutlich gestiegenen Bio-Milchproduktion, wodurch die Mengen auch im Frühjahr 2026 (Januar bis April) über dem Vorjahresniveau lagen. Trotz einer voraussichtlichen Entspannung in den Sommermonaten aufgrund der Alpung und Sommerdepression im Futterwachstum bleibt die Marktsituation herausfordernd. Die Bio-Butterbestände im Tiefkühllager nehmen gemäss BOButter (BOB) seit Wochen spürbar zu und erreichen inzwischen einen Höchststand von 660 Tonnen, das sind plus 295 Tonnen gegenüber dem Vorjahr (siehe Grafik).

Grund dafür sind zum einen eine stark gestiegene Verwertung von Bio-Butter (+17%, TSM), zum anderen ein rückläufiger Absatz von Bio-Butter im ersten Quartal 2026 (-4%, BLW). Neben den erhöhten Bio-Milchmengen befindet sich gleichzeitig der Fettgehalt der aktuell eingelieferten Bio-Milch gemäss den Abnehmern auf einem aussergewöhnlich hohen Niveau, was den Angebotsdruck zusätzlich verstärkt.

Die Bio-Milchbranche bleibt zudem angespannt mit Blick auf die Entwicklung des Bio-Milchangebotes im kommenden Herbst. Wie sich die Produktion in dieser Phase entwickelt, bleibt abzuwarten. Entsprechend ist Wachsamkeit geboten und es ist zentral, mögliche Überangebote frühzeitig zu begleiten und steuernd einzugreifen.

Vor diesem Hintergrund prüfen Abnehmer und Bio-Milchorganisationen derzeit verschiedene Massnahmen zum konkreten Abbau des Bio-Butterlagers und somit zur Stabilisierung des Marktes. Zur Entlastung wird die Einführung einer befristeten C-Milch-Regelung ab Oktober für Bio-Milch ein notwendiges Instrument sein. Dies, um Exportaktivitäten im Bereich Bio-Butter durch den Regulierungsfonds der BOM mitzufinanzieren sowie eine Bremswirkung bei der Produktion zu erzielen. Bio Suisse verfolgt die Entwicklungen des Bio-Milchmarktes sowie des Bio-Butterlagers aufmerksam. In der Branche besteht der Wunsch nach einem gemeinsamen Vorgehen zur Unterstützung des Abbaus von Bio-Butter.

17. Juni 2026
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