Die hohe Inlandproduktion wird zu steigenden Bio-Mischfutterpreisen führen

2025 war beim Bio-Futtergetreide ein ausgezeichnetes Jahr. Insbesondere die Mengen an Körnermais waren ausserordentlich hoch. Bio Suisse empfiehlt ihren Produzent:innen, wenn möglich auf Körnerleguminosen wie Soja umzusteigen.

2025 war ein ausgezeichnetes Jahr für alle Bio-Kulturen. Das zeigt nun auch die abgeschlossene Ernteerhebung von Bio-Futtergetreide. Die Erträge sind gegenüber Vorjahr um 52 Prozent gestiegen. Insbesondere die Mengen an Körnermais waren ausserordentlich hoch, mehr als 10 Prozent höher als der Jahresbedarf der ganzen Mischfutterbrache. Der Inlandanteil für Nichtwiederkäuer nähert sich der Vollversorgung.

Um den Preisanstieg zu dämpfen und die Auswirkungen auf die Tierhalter zu minimieren, hat sich die gesamte Bio-Branche darauf geeinigt, die nicht verwendete Übermenge an Körnermais auf die nächste Saison zu übertragen und damit den Inlandanteil 2025 gemäss zweiter provisorischer Berechnung von Bio Suisse auf 86 Prozent festzulegen. Die Bio Suisse lizenzierten Mischfutterhersteller sind verpflichtet, diesen Inlandanteil einzuhalten und dürfen ihren Bedarf mit importierten Waren nur ergänzen. Durch den höheren Einsatz von Schweizer Getreide im Mischfutter, kündigen die Mischfutterhersteller eine Preiserhöhung an. Die Lagerung und das Lagermanagement der Übermengen stellen eine Herausforderung für die gesamte Branche dar.

Fruchtfolge anpassen: Es droht ein Rückbehalt für Bio-Körnermais

Die Bio-Maisernte erreichte 2025 mit 21'400 Tonnen einen Rekordwert. Dies entspricht einer Steigerung von 45 Prozent gegenüber 2024. Die Erntemenge liegt mehr als 10 Prozent über dem Jahresbedarf der Mischfutterhersteller. Bio Suisse rät zur Zurückhaltung beim Anbau von Körnermais im Jahr 2026. Die Branche spricht bereits von möglichen Vermarktungseinschränkungen für Umstell--Mais. Zudem muss auch mit einem Rückbehalt für Knospe-Körnermais gerechnet werden, der bis zu 12 Franken betragen kann. Ein solcher Rückbehalt dient gegebenenfalls zur Finanzierung der Deklassierung von Überschussmengen zu konventioneller Ware.

Die endgültigen Massnahmen werden vor der Aussaat oder spätestens bei der Richtpreiserunde im Mai diskutiert und bekannt gegeben. Bio Suisse empfiehlt ihren Produzent:innen, wenn möglich auf Körnerleguminosen wie Soja umzusteigen, das als Futtermittel besonders gefragt ist.

20. Januar 2026
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