Stellungnahme von Bio Suisse zum Artikel im K-Tipp: «Wie Bio Suisse die Preise nach oben treibt»

Der K-Tipp behauptet in seiner aktuellen Ausgabe vom 10. Mai 2023, Bio Suisse treibe die Preise für Bio-Produkte nach oben. Bio Suisse nimmt zu dieser Behauptung Stellung.

Generelles

Bio Suisse ist die Organisation der Bio-Bäuerinnen und -Bauern der Schweiz und nimmt deren Interessen wahr. Mit der Marke «Knospe» garantiert Bio Suisse eine hohe Bio-Qualität, die weit über das gesetzlich vorgeschriebene Niveau hinausgeht. Vorteil für Verarbeiter, Handel und Konsument:innen: Die Knospe steht für maximale Glaubwürdigkeit – dank regelmässigen Kontrollen im In- und Ausland, Transparenz und Rückverfolgbarkeit.

«Wie Bio Suisse die Preise nach oben treibt»

Markennutzer:innen (z.B. eine Mühle) bezahlen maximal 1,1% auf den Einkaufspreis ihrer Produkte (z.B. Weizen). Wichtig: Dieser entspricht nicht dem Preis, den Kund:innen im Laden bezahlen. Deshalb ist die Behauptung, Bio Suisse verursache beim Endkunden eine Preiserhöhung von 2 bis 5 Prozent, nicht plausibel. Die Margen der Verarbeiter und des Handels liegen zudem nicht in der Verantwortung von Bio Suisse. Bio Suisse setzt sich dafür ein, dass Bio-Bäuerinnen und -Bauern faire Preise für ihre Produkte erhalten.

2022 betrugen die Markeneinnahmen 13,8 Millionen Franken. Bezogen auf den Umsatz von Bio-Lebensmittel in der Schweiz von 4 Milliarden Umsatz sind dies etwas mehr als 3 Promille.

Als Gegenleistung für diese Einnahmen gewährleistet Bio Suisse mit ihren gut 90 Mitarbeitenden den Konsument:innen die hohe Qualität der Bio-Produkte, stellt die Markttransparenz sicher, macht Marketing und Kommunikation, entwickelt die Bio-Idee und die Richtlinien weiter und nimmt die Interessen der Bio-Bäuerinnen und -Bauern in Politik und Gesellschaft wahr. Das jährliche Budget sowie die Jahresrechnung werden von den Delegierten der Bio Suisse – allesamt Bio-Bäuerinnen und -bauern – freigegeben.

Die Agrarpolitik des Bundes sieht für die Absatzförderung rund 64 Mio. Franken pro Jahr vor, davon 37 Mio. im Inland. Wer daran teilnimmt, muss in der Regel 60% eigene Mittel beisteuern. Bio Suisse (mit rund 17% aller Schweizer Landwirtschaftsbetriebe) bezieht rund 1,6 Mio. oder weniger als 5 Prozent der Absatzförderung für das Marketing im Inland und die Exportförderung.

Das Lohnreglement und die Löhne von Bio Suisse sind markt- und branchenüblich und auf den Arbeitsmarkt des Standorts Basel ausgerichtet. Das Lohnreglement wird vom Vorstand abgenommen und regelmässig überprüft.

«Komplett vom Geld gesteuert»

Wie konsequent die «Knospe» weiterentwickelt wird, ist regelmässig Gegenstand von intensiven internen Diskussionen bei Bio Suisse. Die Delegiertenversammlung (DV) der Bio-Bäuerinnen und -Bauern hat immer das letzte Wort zu den Richtlinien und fasst die Parole zu wichtigen Abstimmungen.

In aller Regel spricht sich die DV für eine klare Haltung zu wichtigen Fragen aus. So lehnt sie klar die alten und neuen Gentechniken ab. Sie befürwortete die Massentierhaltungs- und die Pestizid-Initiative und unterstützt aktuell das Klimaschutzgesetz. Einige Betriebe wollen weiter gehen und finden den Kurs von Bio Suisse inkonsequent  Genauso gibt es Betriebe, die aufgrund der zu strengen Richtlinien aus dem Verband austreten. Beides liegt in der DNA von «Bio» und ist Teil der Realität.

«Widerstand gegen staatliches Bio-Siegel»

Bio Suisse vertritt rund 95% der Bio-Bäuer:innen der Schweiz und garantiert eine Bio-Qualität, die weit über den gesetzlichen Anforderungen liegt. Ein staatliches Bio-Label macht in der kleinräumigen Schweiz wenig Sinn. Es würde die Qualität tendenziell senken und die Position der 7’560 Bio-Produzent:innen im Markt schwächen. Der Markt spielt, wie verschiedene Anbieter mit ihren eigenen Labels beweisen.

«Keine Bio-Knospe für Aldi und Lidl»

Die Bio-Knospe ist grundsätzlich für alle Marktteilnehmer möglich. Für eine enge Zusammenarbeit für Bio-Eigenmarken verlangt Bio Suisse ein klares Bekenntnis zum Biolandbau, wie z.B. eine Minimalanzahl von Bio-Knospe-Produkten im Sortiment oder die Beteiligung an der Weiterentwicklung der Bio-Landwirtschaft in der Schweiz. Bio Suisse führt regelmässig Gespräche mit allen Markteilnehmenden inkl. den Discountern.

10. Mai 2023
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