Trockenheitsbedingte Richtpreiserhöhung für Bio-Raufutter
An der diesjährigen Richtpreisrunde haben die Marktakteure des Schweizer BioRaufuttermarktes die Richtpreise für die Ernte 2026 festgelegt. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit wurden die Richtpreise für Heu und Emd um CHF 2.–/dt erhöht. Für Heu und Emd mit mehr als 50 Prozent Luzerneanteil, Ökoheu und Vollmaispflanzen beträgt die Erhöhung CHF 1.–/dt. Die Richtpreise für Stroh und Luzerneprodukte bleiben unverändert.
Trotz der angespannten Versorgungslage stand an der Verhandlungsrunde das Gleichgewicht im Mittelpunkt. Die Richtpreise sollen zum einen die ausserordentliche Marktsituation abbilden, zum anderen für die Tierhaltungsbetriebe langfristig tragbar bleiben. Die Richtpreise dienen als Orientierung und verstehen sich als qualitätsabhängige Richtwerte.
Hohe Nachfrage trifft auf tiefes Angebot
Die anhaltende Trockenheit hat in vielen Regionen zu tiefen Erträgen geführt. Während der erste Schnitt vielerorts noch zufriedenstellend ausfiel, brachten die folgenden Schnitte deutlich weniger Ertrag. Gleichzeitig mussten Weiden früher als üblich aufgegeben werden, wodurch der Futterbedarf auf den Betrieben zusätzlich anstieg. Zahlreiche Betriebe sind deshalb gezwungen, Raufutter zuzukaufen oder bereits ihre Wintervorräte anzubrechen. Zudem wird ein grosser Teil der Maisbestände voraussichtlich siliert, wodurch weniger Körnermais zur Verfügung stehen dürfte.
Betriebliche Anpassungen
Betriebe, die zusätzliches Raufutter benötigen, können auf Biomondo oder auf die Händlerliste des Schweizer Raufutterverbands zurückgreifen. In den Nachbarländern ist die Verfügbarkeit je nach Produkt unterschiedlich. Aufgrund der aussergewöhnlichen Marktsituation braucht der Aufbau der Lieferketten und die Beschaffung der Ware jedoch mehr Zeit als in normalen Jahren. Die Marktpartner bitten deshalb um etwas Geduld, damit sich die Logistik an die heutige Nachfrage anpassen kann und die verfügbaren Mengen schrittweise in die Schweiz gelangen. In Ausnahmesituationen braucht es zudem angepasste Futterrationen. Die Betriebe sind deshalb aufgerufen, ihre Rationen im Rahmen der betrieblichen Möglichkeiten und entsprechend der verfügbaren Futtermittel flexibel anzupassen.
Die anhaltende Trockenheit führt bei vielen Knospe-Betrieben zu einem akuten Mangel an Raufutter. Bio Suisse arbeitet mit Hochdruck an Massnahmen, um die betroffenen Betriebe bestmöglich zu unterstützen. Weiterführende Informationen finden Sie auf unserer Website.
Wichtige Links für Kontakte zu Anbieter von Raufutter und zu Raufutterhändler: www.biomondo.ch
Liste der Mitglieder des Verbands Schweizer Trocknungsbetriebe: www.trockenfutter.ch/verband/mitglieder
Liste der biozertifizierten Raufutterhändler: www.raufutterverband.ch/wp-content/uploads/2025/07/2503-Bio-zert-Mitgliederliste.pdf
Es gelten die folgenden Richtpreise (bis August 2026):
| Preise ab Hof bzw. Werk (in CHF/dt) | |
| Heu, Emd belüftet in Gross oder Kleinballen | 41.00 – 45.00 |
| Heu, Emd bodengetrocknet in Gross oder Kleinballen | 33.00 – 37.00 |
| Heu, Emd > 50% Luzerneanteil belüftet | 51.00 – 54.00 |
| Ökoheu, bodengetrocknet, Gross- oder Kleinballen | 29.00-31.00 |
| Grassilage Ballen TS 30% | 11.80 |
| Grassilage Ballen TS 35% | 13.70 |
| Grassilage Ballen TS 40% | 15.70 |
| Grassilage Ballen TS 45% | 17.60 |
| Grassilage Ballen TS 50% | 19.60 |
| Maissilage Siloballen TS 30% | 16.50 |
| Maissilage Siloballen TS 34% | 18.70 |
| Maissilage Siloballen TS 38% | 20.90 |
| Vollmaispflanzen Pellets | 71.50 |
| Künstlich getrocknete Luzerne/Gras min. RP 15% Grossballen | 66.00 |
| Künstlich getrocknete Luzerne/Gras min. RP 15% Pellets | 66.00 |
| Stroh in Grossballen | 19.00 |
| Stroh in Kleinballen | 23.00 |
| Stroh ab Schwad | 8.00 – 10.00 |
| Strohpellets | 32.00 |
Qualitätskriterien
Für ackerbaubetonte und viehschwache Knospe-Betriebe ist die Produktion und der Verkauf von Raufutter ein wichtiger Betriebszweig. Die Verantwortlichen von Bio Suisse und FiBL haben für den Käufer und die Verkäuferin Qualitätskriterien festgelegt.
Demnach gilt für den Kauf und Verkauf von Raufutter folgendes:
- Futter soll frei von Unkraut, Giftpflanzen, Blacken, Verschmutzungen (Erde, Steine, sonstige Fremdkörper), Schimmel und Staub sein.
- Futter soll keine lagerbedingten Schäden oder Qualitätsminderung aufweisen.
- Qualität soll nach TS sowie Proteingehalt (NIR) und nutzbarer Energie (NEV/NEL) abgerechnet werden. Das FiBL bietet Raufutteranalysen an. Die Kosten betragen Fr. 55.- pro Analyse inkl. ein Beratungsgespräch per Telefon nach Bedarf.
- TS-Gehalte sind nach den Richtpreisen Raufutter von Agridea zu definieren.
- Als Top-Qualität gilt die Produktion aus dem aktuellen Jahr (Mai-Mai).
Aktuelle Preise und Übernahmebedingungen: www.bioaktuell.ch