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Allgemeine Fragen


ALLGEMEINE FRAGEN

SEIT WANN GIBT ES DEN BIOLANDBAU IN DER SCHWEIZ?

Die Schweiz ist eine eigentliche Wiege des Biolandbaus.

  • Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte die Bäuerin und Gärtnerin Mina Hofstetter den "natürlichen Landbau".
  • In den 1930er Jahren wurden inspiriert durch die Vorträge Rudolf Steiners die ersten Höfe in der Schweiz nach der biologisch-dynamischen Anbauweise bewirtschaftet.
  • In den 40er Jahren entwickelte das Ehepaar Maria und Hans Müller den organisch-biologischen Anbau und verankerte den Gedanken der nachhaltigen Wirtschaftsweise mit geschlossenen Kreisläufen.
  • 1974 wurde das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) gegründet, das die Beobachtungen der Pioniere des biologischen Landbaus wissenschaftlich zu untermauern suchte.
  • Die moderne Zeit des biologischen Landbaus wurde 1981 durch die Gründung der Vereinigung schweizerischer Biolandbauorganisationen (VSBLO) eingeläutet.
  • Die ersten gemeinsamen Anbaurichtlinien wurden 1980 verabschiedet und gleichzeitig wurde die Schutzmarke für den kontrollierten biologischen Anbau, die Knospe, angemeldet.
  • Der Schweizer Biomarkt und die Organisation Bio Suisse haben sich in den letzten Jahren stark weiter entwickelt. 1997 wurde der Name der VSBLO zu Bio Suisse geändert. Heute sind über 6'000 Schweizer Biobetriebe Knospe-zertifiziert.
Die aktuellen Zahlen zum Schweizer Biolandbau finden Sie hier...



DÜRFEN LEBENSMITTEL ALS BIOLOGISCH ANGEPRIESEN WERDEN, AUCH WENN DAS LEBENSMITTEL NICHT BIOLOGISCH IST?

Nein. Die Schweizerische Bio-Verordnung vom 22.9.1997 schützt in Artikel 1 die Kennzeichnung biologischer Erzeugnisse. Die Bezeichnungen "biologisch" oder "ökologisch" dürfen nur verwendet werden, wenn die Einhaltung der Bioanforderungen bei der Produktion, der Aufbereitung und der Einfuhr eingehalten sowie kontrolliert und zertifiziert wurde.



GIBT ES TIERRASSEN ODER PFLANZENSORTEN DIE IM BIO LANDBAU GERNE EINGESETZT WERDEN?

Bioproduzenten bevorzugen Tiere und Pflanzen mit einer besonders robusten Konstitution. Im Kernobstanbau werden etwa Sorten bevorzugt, die gegen Krankheiten und Schädlinge weitgehend resistent sind. So tauchen z.B. immer häufiger Äpfel mit den Namen Florina, Ariane oder Retina in den Verkaufsregalen auf. Sie zeichnen sich durch einen guten Geschmack und eine gute Resistenz gegen Pilzkrankheiten aus. Bei der Wahl der Nutztiere, z.B. Kühe, wird auf Hochleistungstiere, die als anfällig gelten, verzichtet. Die Milchleistung einer Biokuh ist denn auch im Durchschnitt deutlich tiefer. Stattdessen wird auch bei den Tieren darauf geachtet, dass sie für den Standort und die Haltungsform eignen. Dann bleiben sie auch gesünder und brauchen weniger Medikamente.



WIRD DENN IM BIOLANDBAU NIE "GESPRITZT"?

Doch, Behandlungen von Schädlingen und Krankheiten mit natürlichen Mitteln gemäss Betriebsmittelliste (FiBL) sind erlaubt. Neue Produkte werden nur nach einer Prüfung durch die Behörden, das FiBL und Bio Suisse zugelassen. So werden z.B. Quassiaextrakt (Bitterholz) oder Kali- oder Kokosseifenbrühen gegen Wespen, Blattläuse und Spinnmilben eingesetzt. Im Obstbau wird z. B. bei Schorfbefall Tonerde eingesetzt. In jedem Fall versucht der Biobetrieb auch diese Behandlungen durch Förderung des natürlichen Gleichgewichts und von Nützlingen, geschickte Sortenwahl, Fruchtfolge, Bewirtschaftung, oder mechanische Massnahmen wie Kulturschutznetze zu vermeiden. Mit diesem "sanften" Pflanzenschutz vermeidet der Biobauer Rückstände von chemischen Pflanzenschutzmitteln im Lebensmittel, entlastet die Umwelt von schädlichen und naturfremden Substanzen und stärkt die biologische Vielfalt.



WIE BEKÄMPFT MAN BEIKRÄUTER (UNKRÄUTER)?

Beikräuter/Unkräuter dürfen auf dem Knospe-Hof nicht mit Herbiziden bekämpft werden, auch nicht mit "natürlichen" Mitteln. Oftmals werden Beikräuter als Bereicherung der Artenvielfalt stehen gelassen. Wenn sie eine Konkurrenz zu den angebauten Pflanzen darstellen, werden sie manuell, mit dem Striegel oder Hackgeräten beseitigt. Wie immer im Biolandbau ist auch hier die Vorbeugung wichtig, damit gar nicht erst zuviel Unkraut wächst: Die bekanntesten vorbeugenden Massnahmen sind ein hoher Anteil Kunstwiesen in der Fruchtfolge, konkurrenzstarke Sorten und sogenannte Unkrautkuren vor der Saat.



DÜRFEN GEWÄCHSHÄUSER GEHEIZT WERDEN?

Nicht isolierte Gewächshäuser dürfen nur frostfreigehalten werden, d.h. auf maximal 5 Grad Celsius temperiert werden. Gut Isolierte Gewächshäuser dürfen in der kalten Jahreszeit auf 10 Grad geheizt werden. Für die Anzucht von Jungpflanzen, für Sprossen, Zierpflanzen und Treibereikulturen (Chicorée-Arten, Schnittlauch, Rhabarber) ist ganzjährig Beheizung nach Bedarf möglich, sofern das Gewächshaus gut isoliert ist.



IST HORS-SOL-ANBAU BEI BIO ERLAUBT?

Nein, Bio Suisse kennt die bodenferne Produktion nur bei den Pilzen (naturgemäss), den Jungpflanzen und Topfkräutern. Biogemüse wächst in/auf echtem Boden, sowohl im In- wie im Ausland.



WAS BEDEUTET GESCHLOSSENER (NÄHRSTOFF-)KREISLAUF IM BIOLANDBAU?

Für die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit und die Düngung der Pflanzen werden hauptsächlich Hofdünger wie Gülle, Mist oder Kompost eingesetzt. Dies und eine geschickte Wahl des Fruchtwechsels sorgen für eine aktive Bodenfauna (lebendige Böden mit vielen Bodenlebewesen). Das Futter für die Nutztiere stammt hauptsächlich vom eigenen Betrieb. Damit wird der Nährstoffkreislauf geschlossen. Das heisst im Idealfall, dass der Betrieb sich bezüglich Futter und Nährstoffen selber versorgt. In der Praxis werden aber auch auf Biobetrieben bei Bedarf Futtermittel oder einzelne Bestandteile als Ergänzung dazugekauft. Auch viehlose Betriebe, zum Beispiel Gemüsebaubetriebe, sind auf die Zufuhr von organischen Düngern von benachbarten Biobetrieben angewiesen. Auf die Zufuhr von chemisch-synthetischen Düngemitteln oder Pflanzenschutzmitteln wird aber konsequent verzichtet.



GIBT ES KNOSPE-BIOBETRIEBE, DIE NUR TEILWEISE (TEILBETRIEBLICH) BIOLOGISCH PRODUZIEREN?

Nein, bei Knospe-Betrieben wird immer der ganze Betrieb biologisch bewirtschaftet. Nur so kann der Kreislaufgedanke konsequent umgesetzt und die Glaubwürdigkeit des Knospe-Labels hochgehalten werden - hier gilt alles oder nichts. Dieser Grundsatz gilt im In- und Ausland.



SIND BIOLEBENSMITTEL GESÜNDER?

Sich gesund zu ernähren bedeutet, Vollkornprodukte zu bevorzugen, viel Obst und Gemüse zu essen, den Konsum von Fetten, Fleisch und Milchprodukten auf ein vernünftiges Mass zu reduzieren, statt Fertigprodukte bevorzugt frisch zubereitete Speisen zu essen und zuckerhaltige Speisen, Snacks und kalorienreiche Getränke sehr zurückhaltend zu geniessen. Auch mit Bioprodukten kann man sich falsch ernähren, so wie man sich auch mit (unverarbeiteten) konventionellen Produkten gesund ernähren kann.

Ein direkter Zusammenhang zwischen biologischer Ernährung und dem Gesundheitszustand konnte bisher wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden.

Im Rahmen einer gesunden Ernährungsweise haben Bioprodukte jedoch klare Vorteile. Bioprodukte enthalten mehr wertvolle Inhaltsstoffe, wie zum Beispiel Vitamine C und viele sekundäre Pflanzenstoffen, einer Gruppe von mehreren Tausend sogenannten bioaktiven Substanzen, welche im menschlichen Körper als Antioxidantien die Abwehrkräfte stärken. Zu den ernährungsphysiologisch wertgebenden Inhaltstoffen zählen bei Milchprodukten die mehrfach ungesättigten Fettsäuren, wie die Omega-3-Fettsäuren, und die konjugierten Linolsäuren (CLA). Beide Stoffe werden in höherem Masse gebildet, wenn Kühe viel Gras und Heu fressen, und Kraftfutter und Maissilage sehr sparsam eingesetzt werden. Beides ist typisch für Biobetriebe. Tiere auf Biohöfen sind zudem oft robuster und gesünder und brauchen weniger Medikamente. Der zurückhaltende Einsatz von Antibiotika bewirkt weniger Rückstände in den tierischen Produkten und weniger antiobiotikaresistente Keime. Bezüglich wertvermindernden Inhaltsstoffen (Pestizidrückständen, Nitraten, Schwermetallen) schneiden Bioprodukte deutlich besser ab als konventionelle. Die Verarbeitung von Bioprodukten ist schonend und Zusatz- und Verarbeitungshilfsstoffe werden zurückhaltend eingesetzt. In der Verarbeitung von Biolebensmitteln sind zehnmal weniger Zusatzstoffe als bei den konventionellen Produkten zugelassen. Vitaminisierung, Farb- und Aromastoffe sind bei Knospe-Produkten vollständig ausgeschlossen. Ebenso sind chemische Verarbeitung, Bestrahlung, Mikrowellen-Behandlung und gentechnisch hergestellte Zusatzstoffe nicht erlaubt.
Insgesamt tragen Biolebensmittel zu einem gesunden und nachhaltigen Lebensstil bei, der Rücksicht auf die Natur und die Gesellschaft nimmt.

Erfahren Sie mehr in unserem Dossier über Qualität und Nachhaltigkeit von Bioprodukten...



KANN ES VORKOMMEN, DASS BIOLEBENSMITTEL RÜCKSTÄNDE AUFWEISEN?

Auch in Bioprodukten können Spuren von unerwünschten Rückständen von Pestiziden oder Umweltschadstoffen vorkommen, da wir nicht auf einer Insel produzieren. Die Knospe kann keine Rückstandsfreiheit garantieren sondern garantiert eine Produktion ohne Verwendung von chemisch-synthetischen Pestiziden und Düngern.
Die meisten Rückstände stammen nicht aus unerlaubter Anwendung sondern aus unbeabsichtigter Verunreinigung oder der Umweltbelastung. Verantwortlich für Rückstände ist also in den meisten Fällen die konventionelle Produktion, die diese Mittel verwendet oder verwendet hat (z.B. Altlasten in Böden).



LEISTE ICH MIT DEM KAUF VON KNOSPE-LEBENSMITTELN EINEN BEITRAG ZUM UMWELTSCHUTZ?

Ja, mit dem Kauf von Bioprodukten leisten Sie einen Beitrag für den Umweltschutz. Der Biolandbau arbeitet mit organischen Düngern, biologischen Pflanzenschutzmitteln, und strebt einen sorgsamen und nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen Boden, Wasser, Artenvielfalt, etc. an. Es wird auf chemisch-synthetische Hilfsstoffe, Wachstumsregulatoren und Unkrautvertilgungsmittel verzichtet, ebenso auf GVO und Hydrokulturen. Ökologisch wertvolle Flächen wie Blumenwiesen, Hecken, Hochstammobstgärten oder Trockenmauern werden gepflegt. Dies bewirkt zusammenfassend fol-gende positive Einflüsse auf die Umwelt:

  • Höhere Bodenfruchtbarkeit
  • Bioböden können mehr Wasser und Kohlenstoff speichern (Beitrag für Wasserschutz, Klimaschutz)
  • Weniger Wasserbelastung durch Dünger und Pestizide
  • Mehr Biodiversität/Artenvielfalt (mehr Nützlinge, Pflanzenvielfalt, Vielfalt der Bodenlebewesen)
  • Weniger Energieverbrauch pro produzierte Kalorie
  • Effiziente Nutzung lokaler Ressourcen (Hofdünger, Kompost, Kleepflanzen, optimierte Frucht-folge)
  • Biolandbau stabilisiert das Klima (Kohlenstoffspeicherung, reduziert Ammoniakausstoss, reduziert CO2-Ausstoss)
  • Bioprodukte weisen gemäss Ökobilanzen im Durchschnitt 16 % weniger Umweltbelastungspunkte auf als konventionelle Produkte.

Mehr Details zur Nachhaltigkeit, finden Sie hier...


WARUM SIND KNOSPE-LEBENSMITTEL TEURER?

Biologische Lebensmittel sind Qualitätsprodukte, die im Einklang mit der Natur entstehen. Der Verzicht auf Mengenmaximierung in der pflanzlichen und tierischen Produktion hat seinen Preis. Biobäuerinnen und Biobauern nehmen aus Rücksicht auf die Natur Mindererträge von 20-30 % in Kauf. Die extensive Tierhaltung mit viel Platz und Biofutter treibt ebenfalls den Preis in die Höhe. Auch die Verarbeitung ist aufwändiger, da z.B. die künstlichen Hilfsstoffe und Aromen nicht verwendet werden dürfen. Zudem verteuern strenge Auflagen an Warenflusstrennung, Reinigung, umfassende Deklarationspflicht, kleinere Mengen und die Kosten für Kontrolle und Zertifizierung die Bioprodukte. Die grosse Mehrheit der Knospe-Produkte stammt zudem aus der Schweiz mit den hier üblichen hohen Produktionskosten.


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