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Neue gentechnische Methoden


NEUE GENTECHNISCHE METHODEN IN TIER- UND PFLANZENZÜCHTUNG

Gemäss der Schweizerischen Bio-Verordnung ist der Einsatz von gentechnisch veränderten Organismen im Biolandbau ausgeschlossen. Bio Suisse hat zudem in ihren Richtlinien die Biozüchtung als wichtiges Ziel festgelegt. Biozüchtung wendet verbesserte traditionelle Techniken unter Biobedingungen an und respektiert die natürliche Vermehrungsfähigkeit. Sie bringt fruchtbare und vitale Pflanzen und Tiere hervor, erzeugt Vielfalt und unterstützt nachhaltige Anbausysteme optimal. Bio Suisse fördert mit eigenen Mitteln diverse Bio-Züchtungsprojekte.

Nach rund 20 Jahren der Stagnation macht die Gentechnik rasche Fortschritte. Neue Techniken versprechen präzise, billige Eingriffe ins Genom, mit dem Ziel, robustere, ertragreichere Pflanzen und Tiere hervorzubringen. Der Eingriff soll am Produkt nicht mehr nachweisbar sein. Die gefürchtete Gentechnik wird von Monsanto und Co. zu "Genome Editing" (Genom-Bearbeitung) umbenannt und erscheint damit so harmlos wie das Tippen eines Texts am Computer. Der Gesetzgeber, die Land- und Ernährungswirtschaft und die KonsumentInnen sind herausgefordert.

Gentechnisch veränderte Organismen sind gemäss Gentechnikgesetz "Organismen, deren genetisches Material so verändert worden ist, wie dies unter natürlichen Bedingungen durch Kreuzen oder natürliche Rekombination nicht vorkommt." Die meisten neuen Züchtungsmethoden wie z.B. CMS-Hybridisierung mit Protoplastenfusion, CRISPR-Cas9, TALENs oder Zinkfinger-Nuklease-Techniken finden ausschliesslich im Labor statt. Sie sind darum als Gentechnik zu betrachten und dem entsprechenden Risikoanalyse- und Zulassungsverfahren zu unterziehen.

Die Gentech-Industrie sieht das anders. Sie will freie Bahn und verlangt vom Gesetzgeber die Aufweichung des Gentechnik-Begriffs, sodass die neuen gentechnischen Züchtungsverfahren nicht mehr unter das entsprechende Gesetz fallen. Dies ist in einigen Ländern für einige Techniken bereits der Fall. Die Schweiz wartet den Entscheid der EU ab, der für 2016 angekündigt wurde.

POLITISCHE FORDERUNGEN VON BIO SUISSE

  • Keine Aufweichung des Gentechnikbegriffes: Auch neue gentechnische Züchtungsverfahren fallen unter das Gentechnikgesetz (GTG)
  • Zulassungsverfahren gemäss GTG wie bisher: Risikomodell, Step-by-step-Verfahren, Vorsorge- und Verursacherprinzip
  • Transparenz, Rückverfolgbarkeit, Kennzeichnungspflicht: Offenlegung gentechnischer Zuchtmethoden durch die Züchter
  • Förderung der nachhaltigen Pflanzenzüchtung ohne Gentechnik im Rahmen der Pflanzenzüchtungsstrategie des Bundesamts für Landwirtschaft
  • Förderung der nachhaltigen Tierzüchtung ohne Gentechnik durch den Bund

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