BIO SUISSE
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FRAGEN ZUR VERPACKUNG UND VERARBEITUNG VON BIOPRODUKTEN

VERZICHTEN DIE BIOBÄUERINNEN UND BIOBAUERN AUF GENTECHNIK?

Ja. Weltweit verzichten die BiobäuerInnen und Biobauern auf die Verwendung gentechnisch veränderter Tiere, Pflanzen, Mikroorganismen sowie deren Folgeprodukte. Der Ausschluss der Gentechnologie wird bei der Knospe streng kontrolliert.

WAS BEDEUTET BESONDERS SCHONENDE VERARBEITUNG UND WAHRHAFTIGKEIT IN DER VERARBEITUNG FÜR BIO SUISSE?

Die Verantwortung für die Sicherstellung der produktbezogenen Verarbeitungsqualität liegt bei Bio Suisse. Die Konsumenten erwarten zu Recht Produkte, die möglichst ohne Zusatzstoffe und besonders schonend verarbeitet sind (minimal processing). Die Bio-Rohstoffe werden schonend angebaut und ihre (Vital-)Qualität muss in der Verarbeitung möglichst beibehalten werden. Genau dies sollen Knospe-Produkte garantieren - so gibt es keine mit künstlichem Aroma nachgebesserten Knospe-Produkte. Der natürliche Fruchtgeschmack im Joghurt kommt von Bio-Früchten und von nichts anderem.

Wenn die Konsumenten aufgrund der Anpreisung in einem Produkt (z.B. Rahmspinat) Rahm erwarten, enthält es auch Rahm und nicht eine Mischung aus Magermilch, hochraffiniertem Palmfett, Wasser und Emulgatoren.

Die Anforderungen an die Bio Suisse Lizenznehmer sind hoch: Das jeweils schonendste technische Verarbeitungsverfahren ist anzuwenden. Die Wärme- und Druckeinwirkungen werden produktspezifisch minimiert und anhand von empfindlichen Inhaltsstoffen überwacht. Zusatzstoffe dürfen in Knospe-Produkten nur eingesetzt werden, wenn ein Produkt anders nicht hergestellt werden kann (Nachweispflicht des Lizenznehmers).

WARUM HAT ES IMMER NOCH NITRITPÖKELSALZ (E 250 UND E 252) IN FLEISCHWAREN MIT DER KNOSPE - OBWOHL DIESER ZUSATZSTOFF NICHT UNUMSTRITTEN IST?

Bio Suisse ist sehr restriktiv bei der Zulassung von Zusatzstoffen (das sind die sogenannten "E-Nummern"). Die meisten sind zwar unbedenklich, aber oft ist deren Einsatz nicht notwendig. Bei der Zulassung von Nitritpökelsalz hat Bio Suisse mehrere Aspekte berücksichtigt. Die dafür zuständige Kommission war bei der Zulassungsdiskussion auch in engem Kontakt mit dem Bundesamt für Gesundheitswesen.

Mikrobiologische Qualität
Nitritpökelsalz vermindert das Risiko von Botulismus. Da Botulismus tödliche Folgen hat, wurde dieser Aspekt bei der Beurteilung sehr stark gewichtet.
Risiko Nitritpökelsalz
Nitritpökelsalze bilden im Körper zusammen mit Eiweissstoffen Nitrosamine, welche Krebs erregen können.

Produktequalität
Gepökelte Waren werden in der Schweiz seit Jahrunderten traditionell hergestellt. Würden solche traditionellen Produkte (Bsp. Mostbröckli) ohne Pökelsalz hergestellt, entstanden ganz andere Produkte (Pökelsalz ist für die Rotfärbung verantwortlich), welche Akzeptanzprobleme hätten.

Verarbeitungsanforderungen
Unter Einhaltung von strengsten Qualitätsanforderungen (Hygiene) ist es heute möglich, ohne Nitritpökelsalz zu arbeiten. Es gibt auch Hersteller wie die Metzgerei Stettler in Langenthal, welche ohne Nitritpökelsalz arbeiten.
Eine Nichtzulassung durch Bio Suisse würde allerdings bedeuten, dass die meisten Metzgereien und auch die Hofverarbeiter (Bauern, welche auf dem Betrieb Würste produzieren) ihre Bioproduktion einstellen müssten, da sie die notwendigen Anforderungen nicht erfüllen könnten.
Bio Suisse hat im Falle des Nitritpökelsalzes - entgegen ihren Grundsätzen - entschieden, diese Zusatzstoffe zuzulassen. Das Risiko eines tödlichen Botulsimusfalles bei Knospe-Produkten wäre unvertretbar hoch.


WAS HABEN KLEBER AUF BIO-FRÜCHTEN UND BIO-GEMÜSE ZU SUCHEN?

Um Verwechslungen auszuschliessen werden Bio-Früchte und Bio-Gemüse im Offenverkauf mit einem Knospe-Kleber versehen. So können auch Bioprodukte im Offenverkauf angeboten werden.
Knospe-Produkte müssen bezüglich Rückverfolgbarkeit, separater Lagerung und "Unverwechselbarkeit" vom Feld bis ins Verkaufsregal höchsten Ansprüchen genügen. Bioprodukte werden deshalb mehrheitlich vorverpackt angeboten. Der Nachteil dabei: zu viel Verpackung ist eher unsympathisch. Mit dem Knospe-Kleber als Alternative wird der Offenverkauf von Bioprodukten besser möglich und der "Verpackungsberg" kleiner. Der Kleber unterscheidet Bio-Früchte klar von konventionellen und die Konsumenten können frei wählen, welche Menge sie gerade kaufen wollen. Damit der Kleber keine unerwünschten Rückstände auf den Früchten hinterlässt, stellt Bio Suisse hohe Anforderungen an den Leim.

Strenge Anforderungen an Verpackung und Leim
Bio Suisse prüft sämtliche Verpackungen auf die Notwendigkeit und Umweltverträglichkeit und geht damit über die Anforderungen der staatlichen Bio-Verordnung und den lebensmittelrechtlichen Vorschriften hinaus. PVC und andere chlorierte Kunststoffe sind beispielsweise verboten. Einfach war es nicht, Firmen zu finden, die Knospe-taugliche Kleber herstellen können. Gelöste Klebstoffe kamen nicht in Frage, da diese Stoffe Lösungsmittelrückstände hinterlassen können. Der Kleber musste weiter auch bei feuchter Oberfläche und kalter Umgebung haften bleiben. Nach langer Evaluation wurde einzig ein Kleber zugelassen.

Verwendeter Klebstoff: Lösungsmittelfrei und gut haftend
Der Klebstoff ist lösungsmittelfrei und gut haftend, v.a. auf wasserabstossenden Oberflächen. Aus diesem Grund haftet der Kleber relativ stark auf der Oberfläche von Äpfeln und kann beim Entfernen einigen Widerstand bieten. Die Rückverfolgbarkeit ist über die Angaben auf der Gebindeetikette (Lieferant, Produzent) möglich.

WARUM GIBT ES AUCH CONVENIENCE-PRODUKTE MIT DER KNOSPE?

Die Haltung der Schweizer Biobauern ist selbstbewusst: Biolandbau ist die Landwirtschaft der Zukunft und Bioprodukte sind Produkte des täglichen Bedarfs. Bio Suisse geht dabei von mündigen Konsumenten aus, die selber entscheiden, welche Bedürfnisse sie haben. Convenience ist ein solches Bedürfnis, d.h. die Nachfrage nach Produkten, die ohne grossen Aufwand auf den Tisch gebracht werden können (Bequemfutter) ist recht gross. Dies führte zu einer Ausdehnung des Knospe-Sortiments. Darunter sind auch einige mit einem hohen Bequemlichkeitsgrad, wie z.B. Fertigpizzas, Pommes Chips, Kartoffelgratins, Frisch- und Trockenteigwaren, Fertigspinatmenus, Kleinkinder- und Tiefkühlmahlzeiten. Die Konsumenten entscheiden jeden Tag selbst, welchen Grad an Convenience sie wollen. Diese Wahlfreiheit will die Knospe nicht in Frage stellen: die Konsumenten sollen zwischen UHT Milch und pasteurisierter Milch im Verkaufsregal wählen können.
Dadurch ändern sich die Grundsätze von Bio Suisse nicht. Knospe-Produkte sind und bleiben wahrhaftig oder authentisch, vom Feld bis in die Einkaufstasche. Bei Knospe-Produkten sollen Sein und Schein übereinstimmen. Das heisst, es gibt bezüglich der Verarbeitungsprinzipien keine Kompromisse. So sind etwa die Pilze auf der Pizza frisch und nicht aus der Dose.

WAS HEISST DIREKTSAFT (Z. B. APFELSAFT)?

Ein Knospe-Produkt hält was es verspricht! Das ist nicht selbstverständlich. Ein 100 % naturreiner Fruchtsaft ist heute in der Regel aus einem Konzentrat mit Wasser rückverdünnt. Die Lagerung erfolgt als Sirup, die Aromakomponenten werden zudem oft als separates Konzentrat gewonnen. Fruchtsäfte mit der Knospe sind immer Direktsäfte, hier sind 100 % naturrein wirklich 100 %.

GIBT ES AUFLAGEN FÜR DIE VERPACKUNG VON KNOSPE-PRODUKTEN?

Ja, eine Überverpackung soll vermieden werden. Für die Verpackung sind die Systeme zu benutzen, welche bei optimalem Produkteschutz die geringste Umweltbelastung verursachen. Wo es sinnvoll ist, sind Mehrwegsysteme vorzusehen.Der Produktschutz soll mit minimalem Verpackungsaufwand gewährleistet werden. Zudem ist der Einsatz von PVC-Verpackungen gemäss den Bio Suisse Vorgaben nicht möglich.