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Verpackung & Verarbeitung


FRAGEN ZUR VERPACKUNG UND VERARBEITUNG VON BIOPRODUKTEN

VERZICHTEN DIE BIOBÄUERINNEN UND BIOBAUERN AUF GENTECHNIK?

Ja. Weltweit verzichten die Biobäuerinnen und Biobauern sowie die Bioverarbeitung auf die Verwendung gentechnisch veränderter Tiere, Pflanzen, Mikroorganismen sowie deren Folgeprodukte. Der Ausschluss der Gentechnologie wird bei der Knospe streng kontrolliert. Für Risikoprodukte betreffend Gentechnologie ist eine GVO-frei Zusicherungserklärung notwendig.



WAS BEDEUTET BESONDERS SCHONENDE VERARBEITUNG?

Schonende Verarbeitung heisst: Die Verarbeiter von Knospe-Produkten müssen jeweils das schonendste technische Verarbeitungsverfahren anwenden. Unnötige Verarbeitungsschritte müssen unterlassen werden (z.B. Konzentrieren und wieder Rückverdünnen). Die Wärme- und Druckeinwirkungen werden produktspezifisch minimiert (z.B. Verbot der Hochpasteurisation von Pastmilch). Zusatzstoffe dürfen in Knospe-Produkten nur eingesetzt werden, wenn ein Produkt anders nicht hergestellt werden kann. Bei der Knospe sind nur rund 46 von 400 Zusatz- und Verarbeitungshilfsstoffen zugelassen und auch diese nur produktspezifisch. Chemische Verarbeitung und Bestrahlung sowie Mikrowellen-Behandlung sind ausgeschlossen.
Die Verwendung von künstlichen und auch natürlichen Aromen ist nicht erlaubt. In einem Knospe-Erdbeerjoghurt kommt der Erdbeergeschmack nur von eingesetzten Erdbeeren und nichts anderem. Auch die Farbe des Joghurts darf nicht z.B. mit Randensaft verändert werden.



WARUM HAT ES IMMER NOCH NITRITPÖKELSALZ (E 250 UND E 252) IN FLEISCHWAREN MIT DER KNOSPE - OBWOHL DIESER ZUSATZSTOFF UMSTRITTEN IST?

Bio Suisse ist sehr restriktiv bei der Zulassung von Zusatzstoffen (das sind die sogenannten "E-Nummern"). Oft ist deren Einsatz auch nicht notwendig. Bei der Zulassung von Nitritpökelsalz hat Bio Suisse mehrere Aspekte berücksichtigt. Die dafür zuständige Kommission war bei der Zulassungsdiskussion in engem Kontakt mit dem Bundesamt für Gesundheitswesen. Die folgenden Überlegungen flossen in den Entscheid ein:

  • Mikrobiologische Qualität: Nitritpökelsalz vermindert das Risiko von Botulismus. Da Botulismus tödliche Folgen hat, wurde dieser Aspekt bei der Beurteilung sehr stark gewichtet.
  • Risiko Nitritpökelsalz: Nitritpökelsalze bilden im Körper zusammen mit Eiweissstoffen Nitrosamine, welche Krebs erregen können.
  • Produktequalität: Gepökelte Waren werden in der Schweiz seit Jahrhunderten traditionell hergestellt. Würden solche traditionellen Produkte (Bsp. Mostbröckli) ohne Pökelsalz hergestellt, entstünden ganz andere Produkte (Pökelsalz ist für die Rotfärbung verantwortlich), welche Akzeptanzprobleme hätten.
  • Verarbeitungsanforderungen: Unter Einhaltung von strengsten Qualitätsanforderungen (Hygiene) ist es heute möglich, ohne Nitritpökelsalz zu arbeiten.

Eine Nichtzulassung durch Bio Suisse würde allerdings bedeuten, dass die meisten Metzgereien ihre Bioproduktion einstellen müssten, da sie die notwendigen Anforderungen nicht erfüllen könnten.

Bio Suisse hat im Falle des Nitritpökelsalzes - entgegen ihren Grundsätzen - entschieden, diesen Zusatzstoff zuzulassen. Das Risiko eines tödlichen Botulismusfalles bei Knospe-Produkten wäre unvertretbar hoch.



WAS HABEN ZUSATZSTOFFE MIT E-NUMMERN IN KNOSPE-PRODUKTEN ZU SUCHEN?

Zusatzstoffe dienen sowohl in der handwerklichen wie in der industriellen Verarbeitung dazu, eine gewünschte Haltbarkeit, Qualität oder Konsistenz eines Produktes zu erhalten: Also zum Beispiel die Gelierung einer Fruchtmasse mit Hilfe von Gelierzucker oder Pektinen. Zusatzstoffe mit E-Nummern sind nicht pauschal künstlich und ungesund. Es gibt auch natürliche Zusatzstoffe, die eine E-Nummer haben, wie z.B. Apfelpektin (E 440), Kohlendioxid (E 290), Agar Agar (E 406) oder Carnabauwachs (E 903).

Generell gilt bei Knospe-Produkten das Prinzip, sowenig Zusätze wie möglich zu verwenden. Bei Knospe-Produkten sind Zusatzstoffe für die Verarbeitung nicht generell, sondern nur produktspezifisch erlaubt. Ist ein Produkt auch ohne einen bestimmten Zusatzstoff in guter Qualität herstellbar, so schreibt Bio Suisse vor, dass es ohne Zusatzstoff hergestellt werden muss.

Vitaminisierung, Farb- und Aromastoffe sind bei Knospe-Produkten vollständig ausgeschlossen (unabhängig davon, ob sie chemisch-synthetischer oder natürlicher Qualität sind). Ebenso sind chemische Verarbeitung, Bestrahlung, Mikrowellen-Behandlung und gentechnisch hergestellte Zusatzstoffe nicht erlaubt.



WARUM SIND ENZYME Z.B. AMYLASEN IN KNOSPE-BROTEN ZUGELASSEN?

Die gesetzliche Zulassung von Enzymen in Biobrot ist in der Bioverordnung verankert. Bei Bio Suisse sind im Brot sind nur solche Enzyme zugelassen, die auch im Getreide natürlicherweise vorkommen (z.B. Amylasen, die Stärke spalten). Für eingesetzte Enzyme muss die Freiheit von gentechnisch veränderten Organismen nachgewiesen werden. Jede Rezeptur inklusive Notwendigkeit von Zusatzstoffen oder Verarbeitungshilfsstoffen wird vor der Knospe-Vergabe umfassend geprüft.

Bio Suisse hat sich für die Deklaration von Enzymen in der Zutatenliste entschieden, auch wenn sie im fertigen Brot gar nicht mehr wirksam sind (in Produkten, die nicht den Bio Suisse Anforderungen entsprechen, können Enzyme ohne Deklaration eingesetzt werden, sie müssen nur deklariert werden, wenn sie im Endprodukt noch spezifisch wirksam sind).



IST BEI BIO SUISSE WEINSCHWEFELUNG ERLAUBT?

Die Richtlinien von Bio Suisse erlauben bei Bio-Wein den Zusatz von SiO2 bis zu einem Gesamt-SiO2-Gehalt von 100 bis 170 mg/l (abhängig von der Zuckermenge und Weinsorte). Zu beachten ist, das Sulfit auch schon natürlich im Wein vorkommt, da es auch durch den Stoffwechsel der Hefen gebildet wird. Schweflige Säure SiO2 wird dem Wein zur Erhaltung von Qualität und Geschmack zugegeben, um unerwünschte Bakterienaktivitäten zu verhindern. Sulfite verhindern die Oxidation und binden sogenannte Aldehyde. Falls Sie einen der sehr seltenen Weine suchen, die ganz ohne Zusatzstoffe und nur durch Spontangärung (durch die eigenen Hefen) und mit möglichst wenig Schwefel hergestellt werden, erkundigen Sie sich im Biofachhandel nach den entsprechenden Produkten.



IST IN DER BEZEICHNUNG HEFEEXTRAKT GLUTAMAT VERSTECKT?

Der künstlich hergestellte Geschmacksverstärker Glutamat ist in Bio-Produkten nicht erlaubt. Hefeextrakt ist erlaubt in Bio-Produkten. Glutamat kommt aber in vielen Lebensmitteln von Natur aus vor, zum Beispiel in Gemüse, Milch und Soja. Fermentierte Lebensmittel enthalten durch den Eiweissabbau während der Verarbeitung etwas mehr Glutamat als das Ausgangsprodukt: Käse mehr als Milch, Sojasauce mehr als Soja und Hefeextrakt mehr als Hefe.



WAS HABEN KLEBER AUF BIOFRÜCHTEN UND BIOGEMÜSE ZU SUCHEN?

Um Verwechslungen auszuschliessen werden Biofrüchte und Biogemüse im Offenverkauf mit einem Knospe-Kleber versehen. So können auch Bioprodukte im Offenverkauf angeboten werden.

Knospe-Produkte müssen bezüglich Rückverfolgbarkeit, separater Lagerung und "Unverwechselbarkeit" vom Feld bis ins Verkaufsregal höchsten Ansprüchen genügen. Bioprodukte werden deshalb mehrheitlich vorverpackt angeboten. Mit dem Knospe-Kleber als Alternative wird der Offenverkauf von Bioprodukten möglich und der "Verpackungsberg" kleiner. Der Kleber unterscheidet Biofrüchte klar von konventionellen und die Konsumenten können frei wählen, welche Menge sie kaufen wollen. Der Klebstoff ist lösungsmittelfrei und gut haftend, v.a. auf wasserabstossenden Oberflächen. Aus diesem Grund haftet der Kleber relativ stark auf der Oberfläche von Äpfeln und kann beim Entfernen einigen Widerstand bieten.



WAS SIND GOURMET-KNOSPE PRODUKTE UND WO SIND SIE ERHÄLTLICH?

Mit der Bio Gourmet Knospe werden verarbeitete Produkte ausgezeichnet, die höchsten geschmacklichen Anforderungen entsprechen. Eine von Bio Suisse eingesetzte unabhängige Fachjury testet die eingereichten Produkte nach Aussehen, Geruch, Geschmack und allgemeinem Eindruck. Besonders herausragende Produkte erhalten eine Sonderauszeichnung. Prämierte Produkte können 3 Jahre lang den Markenzusatz "Gourmet" verwenden.

Erhältlich sind die prämierten Produkte zum Teil nur über Direktvermarktung, andere über Reformhäuser und Biofachgeschäfte, wieder andere auch über Manor, Volg, Spar und Coop (z.T. regional) erhältlich.
Die prämierten Produkte und die Bezugsquellen finden Sie unter diesem Link...



WARUM GIBT ES AUCH CONVENIENCE-PRODUKTE MIT DER KNOSPE?

Die Haltung der Schweizer Biobauern ist selbstbewusst: Biolandbau ist die Landwirtschaft der Zukunft und Bioprodukte sind Produkte des täglichen Bedarfs. Bio Suisse geht dabei von mündigen Konsumenten aus, die selber entscheiden, welche Bedürfnisse sie haben. Convenience ist ein solches - wachsendes - Bedürfnis. Dies führte zu einer Ausdehnung des Knospe-Sortiments. Auch bei Fertigpizzas, Frischteigwaren oder Tiefkühlgemüse ändern sich die Grundsätze von Bio Suisse nicht. Knospe-Produkte sind und bleiben wahrhaftig und authentisch, vom Feld bis in die Einkaufstasche. Bei Knospe-Produkten sollen Sein und Schein übereinstimmen. Das heisst, es gibt bezüglich der Verarbeitungsprinzipien keine Ausnahmen für Convenience-Produkte. Der Käse auf der Pizza ist richtiger Biokäse und nicht Kunstkäse, der Rahm ist richtiger Biorahm und nicht ein zusammengesetztes Produkt, die Aromen sind echt und nicht künstlich.



WAS HEISST DIREKTSAFT (Z. B. ORANGENSAFT)?

Ein Knospe-Produkt hält was es verspricht! Das ist nicht selbstverständlich. Ein 100 % naturreiner Fruchtsaft ist heute in der Regel aus einem Konzentrat mit Wasser rückverdünnt. Die Lagerung erfolgt als Sirup, die Aromakomponenten werden zudem oft als separates Konzentrat gewonnen. Fruchtsäfte mit der Knospe sind immer Direktsäfte, das heisst nicht mit Wasser rückverdünnt. Hier sind 100 % naturrein wirklich 100 %. Mit einer Ausnahme: Mit mehr als 25 % Wasser verdünnte Fruchtsäfte (wie zum Beispiel Schorle), dürfen mit Kernobstkonzentrat hergestellt werden.



GIBT ES AUFLAGEN FÜR DIE VERPACKUNG VON KNOSPE-PRODUKTEN?

Ja, eine Überverpackung soll vermieden werden. Für die Verpackung sind die Systeme zu benutzen, welche bei optimalem Produkteschutz die geringste Umweltbelastung verursachen. Wo es sinnvoll ist, sind Mehrwegsysteme zu verwenden. Der Produktschutz soll mit minimalem Verpackungsaufwand gewährleistet werden. Zudem ist der Einsatz von PVC-Verpackungen gemäss den Bio Suisse Vorgaben nicht möglich.


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