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Kontrolle


FRAGEN ZUR KONTROLLE

WIE WERDEN BIOLANDWIRTSCHAFT UND -VERARBEITUNG KONTROLLIERT?


Die Biokontrollen werden von spezialisierten Biokontrollunternehmen durchgeführt. Alle vier schweizerischen Kontrollstellen sind unabhängig und werden vom Bundesamt für Metrologie und Akkreditierung (METAS) akkreditiert. In der Schweiz bieten vier Kontrollunternehmen ihre Dienste an: bio.inspecta AG, Bio Test Agro AG (BTA), Institut für Marktökologie (IMO) und ProCert Safety AG.

In der Betriebskontrolle überprüft der Biokontrolleur Feld und Stall. Der Zustand und die Anzahl der Tiere wird angeschaut, die Ställe werden besichtigt und vermessen. Anhand der Warenflusskontrolle wird z. B. geprüft, ob das produzierte und allenfalls zugekaufte Biofutter für die Anzahl Hoftiere reicht. Das Stallprotokoll wird überprüft, sämtliche Einkäufe für den Betrieb werden gesichtet. So wird etwa die nach Bio Suisse Richtlinien verlangte Bioherkunft von Saatgut oder Tieren geprüft. Auch das Pflanzenschutz- und Düngungsjournal werden kontrolliert.
Auf dem Feld wird die Fruchtfolge und die schonende Nutzung des Landes geprüft und ein Augenschein der Ackerbegleitflora genommen. Daran erkennt der geübte Kontrolleur, ob verbotene Mittel eingesetzt wurden.

Bei der Kontrolle in der Verarbeitung wird vor allem der Warenfluss überprüft. Welche Biorohstoffe und Zutaten sind eingekauft worden, welche und wieviel verarbeitete Produkte haben das Unternehmen verlassen? Wie wird die Trennung der Warenflüsse erreicht und intern kontrolliert? Ebenfalls werden konkrete Bestimmungen wie Rezepturen, Rückstände, GVO-Freiheit, Schädlingsbekämpfung oder Verpackung überprüft.
Nach der Kontrolle wird ein Kontrollbericht erstellt. Eine weitere Person überprüft die Einhaltung der Anforderungen und erstellt den Zertifizierungsentscheid.


WIE OFT WERDEN KONTROLLEN DURCHGEFÜHRT?


Mindestens einmal jährlich werden alle Biolandwirtschaftsbetriebe, Verarbeitungsbetriebe und Händler auf die Einhaltung der Vorschriften vor Ort kontrolliert. Die Zertifizierungsstelle muss bei mindestens 10 % der Betriebe eine Zusatzkontrolle machen. Mindestens 10 % aller Kontrollen müssen unangekündet sein. Die Zertifizierungsstelle muss bei 5 % der Unternehmen Rückstandsproben nehmen und diese untersuchen lassen.


WAS PASSIERT, WENN NICHT ALLE VORSCHRIFTEN EINGEHALTEN SIND?

Falls es bei einer Kontrolle zu Beanstandungen kommen sollte, werden Sanktionen vergeben und teils weitere, unangemeldete Nachkontrollen vorgenommen.

Biolebensmittel sind die am besten kontrollierten Lebensmittel. Wo viel kontrolliert wird, werden auch Abweichungen entdeckt. Nicht jeder Verstoss führt jedoch zu einer Aberkennung. In einem Reglement sind die Sanktionen festgelegt, die nach Schweregrad des Verstosses abgestuft sind. Nur bei schweren und vorsätzlichen Verstössen und Betrug wird der Betrieb als Biobetrieb aberkannt.

Wenn für ein bestimmtes Produkt die Richtlinien nicht eingehalten wurden oder ein Verdacht besteht, kann Bio Suisse auch die Vermarktung der betroffenen Chargen sperren oder verbieten.


IST KONTROLLE IMPORTIERTER PRODUKTE ÜBERHAUPT MÖGLICH?

Ja, weil weltweit die Biokontrolle genormt ist und daher den gleichen Prinzipien entspricht. Sämtliche Biokontrollstellen unterstehen der staatlichen Aufsicht (ISO 65). Die zusätzlichen Vorgaben von Bio Suisse werden sowohl durch die Kontrolleure vor Ort wie durch die Zertifizierungsstelle überprüft.

Bio Suisse Lizenznehmer können importierte Bioprodukte nur mit der Knospe auszeichnen, wenn die ausländischen Erzeuger und allfällige Verarbeiter des Produktes von Bio Suisse anerkannt sind und der Warenfluss vom Erzeuger über alle Handelsstufen bis zum Schweizer Importeur eindeutig nachgewiesen wird.

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