KNOSPE-BETRIEBE PFLEGEN BIODIVERSITÄT
Seltene Feldlerchen oder rare Laufkäferarten - Biobetriebe weisen eine höhere Lebensvielfalt auf. Nicht zuletzt darum, weil die Knospe-Betriebe von Bio Suisse genau festgelegte Vorgaben zur Biodiversität erfüllen. Diese Vorgaben sind in den Biodiversitätsrichtlinien von Bio Suisse festgehalten, gelten für die gesamte Betriebsfläche und sind durch jährliche Kontrolle garantiert.
BODENFRUCHTBARKEIT UND BODENPFLEGE
Im biologischen Landbau profitiert die Biodiversität von der Pflege eines gesunden Bodens und der natürlichen Bodenfruchtbarkeit welche im Zentrum vieler Massnahmen steht. Zum Beispiel sorgen die Knospe-Bauern mit einem ausgeklügelten Kulturwechsel (Fruchtfolge) für eine möglichst lückenlose Bodenbedeckung und einen vielfältigen Bewuchs der Ackerflächen. Im Winter müssen mindestens 50 % der Ackerfläche begrünt sein. Diese Massnahmen bieten Lebensraum für verschiedene Arten im und auf dem Boden und sie minimieren den Austrag von Nährstoffen ins Grundwasser und in die Oberflächengewässer. Weiter verlangen die Knospe-Richtlinien eine schonende Bodenbearbeitung und eine natürliche Düngung: Biobauern pflügen deshalb möglichst oberflächlich und verzichten darauf, den Boden zu bearbeiten wenn er nass ist. Sie düngen ausschliesslich mit organischen Düngern. Beides sorgt für ein vielfältiges Bodenleben und eine intakte und aufnahmefähige Bodenstruktur.
VERZICHT AUF CHEMISCH-SYNTHETISCHE MITTEL
Mit dem Verzicht auf Herbizide, Wachstumsregulatoren und chemisch-synthetische Pestizide steht der Biolandbau für eine extensive Bewirtschaftung. Verschiedene wissenschaftliche Arbeiten zeigen: Diese naturnahe Bewirtschaftungsweise fördert die Arten- und Individuenzahl der wildlebenden Pflanzen und Tiere. In Biofeldern gibt es beispielsweise drei- bis viermal mehr Bienenarten und siebenmal mehr Bienen.
ÖKOAUSGLEICH SORGT FÜR VIELFALT
Biobetriebe bieten zudem auf ökologischen Ausgleichsflächen vielen selten gewordenen Tier- und Pflanzenarten Platz. Je nach Höhenlage weisen die Schweizer Biobetriebe durchschnittlich zwischen 18% und 24% ökologische Ausgleichsfläche auf. Das ist überdurchschnittlich viel im Vergleich zu Nicht-Bio-Betrieben.
BIODIVERSITÄT WIRD WEITERENTWICKELT
Bio Suisse ist bestrebt, punkto Biodiversität ihre Führungsrolle zu bewahren. Erstens werden im Rahmen eines Förderprojektes über 60 Biobetriebe für die Erhaltung und Förderung der Biodiversität durch ein Team des Forschungsinstituts für Biolandbau massgeschneidert beraten und begleitet. Dabei geht es darum, qualitativ wertvollen Ökoausgleichsflächen wie Hecken, Brachen, Hochstamm-Obstgärten und artenreichen Wiesen zu optimieren, neu anzulegen und unter einander zu vernetzen. Zweitens hat Bio Suisse ein Massnahmenpaket für die Biodiversität zusammengestellt, aus dem jeder Knospe-Bauer mindestens sechs Massnahmen erfüllen muss. Dazu gehören auch die Haltung von gefährdeten Nutztierrassen oder der Anbau von seltenen Ackerkulturen.